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Alternativen zu Kunststoff-Trinkhalmen Der Strohhalm ist tot – lang lebe der Strohhalm

Redakteur: Christian Lüttmann

Das Ende des Plastikstrohhalms rückt näher. Deshalb gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun eine erste Empfehlung für Ersatzprodukte. So viel vorweg: Egal ob aus Metall oder Makkaroni, alle bewerteten Alternativen haben das Potenzial für ein sicheres Trinkerlebnis.

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Ab dem 3. Juli 2021 ist der Verkauf von Kunststofftrinkhalmen europaweit verboten.
Ab dem 3. Juli 2021 ist der Verkauf von Kunststofftrinkhalmen europaweit verboten.
(Bild: gemeinfrei, MarjonBesteman / Pixabay )

Berlin – Bald heißt es Abschied nehmen vom bunt gestreiften Plastikstrohhalm. Ab dem 3. Juli 2021 fällt er unter das europaweite Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln. Festgelegt wurde dies in der EU-Richtlinie 2019/904 vom 5. Juni 2019. Doch womit genießen Verbraucher in Zukunft ihren Cocktail an der Strandbar?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mögliche Trinkhalm-Alternativen aus Stroh, Silikon, Metall, Papier und Pappe, Hartweizen und Glas vorläufig in Hinblick auf die Sicherheit der Verbraucher bewertet. Trinkhalme aus Silikon, Edelstahl oder Glas stellen nach Ansicht des BfR bei häufigem/wiederholtem Gebrauch eine Alternative zu den Kunststoff-Trinkhalmen dar.

  • Silikon ist als Lebensmittelkontaktmaterial gut geeignet, wenn bei der Herstellung die Vorgaben der BfR-Empfehlung Nr. XV für diese Materialgruppe eingehalten werden. Darin sind etwa erlaubte Ausgangsstoffe gelistet, sowie Grenzwerte für Hilfsstoffe und Konservierungsmittel.
  • Glas eignet sich ebenfalls für den Lebensmittelkontakt. Hierbei besteht jedoch das Risiko, dass der Trinkhalm bricht und Scherben in das Lebensmittel bzw. das Getränk gelangen. Beim Verschlucken können sie zu Verletzungen führen. Um dem vorzubeugen gibt es inzwischen Trinkhalme aus besonders bruchsicherem Glas.

Einweg-Alternativen aus Hartweizen oder Papier

Soll ein Trinkhalm nur einmal verwendet werden, spricht gesundheitlich nichts gegen den Einsatz von Produkten aus Hartweizen (z. B. rohen Makkaroni-Nudeln). Allerdings könnten sich die Nudeln insbesondere in warmen und heißen Getränken oder über einen längeren Zeitraum auflösen und damit unbrauchbar werden. Zudem könnten sie die Konsistenz und den Geschmack des Getränks verändern.

Eine weitere Einweg-Alternative sind Trinkhalme aus Papier und Pappe. Um diese sinnvoll nutzen zu können, müssen allerdings Stoffe zugesetzt werden, die verhindern, dass das Papier durchweicht. Bestimmte Rückstände solcher Nassverfestigungsmittel können dabei ins Lebensmittel übergehen, insbesondere toxisch wirkende Chlorpropanole. Solange Hersteller sich aber an die BfR-Empfehlung Nr. XXXVI halten, seien bei der Verwendung von Trinkhalmen aus Papier und Pappe nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

Ausgerechnet der echte Strohhalm eignet sich womöglich nicht

Zur Verwendung von Trinkhalmen aus Stroh liegt derzeit keine Risikobewertung durch das BfR vor. Mit Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken bspw. durch Keime, Schimmelpilzgifte oder andere unerwünschte Stoffe, rät das BfR davon ab, Strohhalmen als Trinkhalme zu verwenden.

Generell sollten mehrfach verwendete Trinkhalme unabhängig vom Material vor der ersten und zwischen jeder Benutzung gründlich gereinigt werden. Falls eine hygienische Reinigung der Trinkhalme nicht gewährleistet werden kann, empfiehlt das BfR, auf mehrfach verwendbare Trinkhalme aus hygienischen Gründen zu verzichten. Zudem sollten die Trinkhalme keine scharfen Kanten aufweisen und bei sich abzeichnenden Materialschäden (Abnutzungserscheinungen) ausgetauscht werden.

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