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Analytica 2022 „Es gibt keinen Ersatz für Präsenzveranstaltungen“

Das Gespräch führte Dipl.-Chem. Marc Platthaus

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Nach vier Jahren findet die Analytica vom 21. bis 24. Juni wieder im gewohnten Rahmen statt. Was das für den neuen Projektleiter Armin Wittmann bedeutet, haben wir im Exklusivinterview gefragt.

Armin Wittmann ist Projektleiter der Analytica
Armin Wittmann ist Projektleiter der Analytica
(Bild: Messe München/Regina Recht)

Herr Wittmann, nach zwei Jahren Corona-Pandemie und zahlreichen hybriden oder reinen Online-Events findet die Analytica 2022 wieder im gewohnten Präsenz-Konzept statt. Wie froh sind Sie darüber?

Armin Wittmann: Wir sind sehr froh, dass wir die Analytica wieder im gewohnten Rahmen veranstalten können! Persönliche Kontakte sind durch nichts zu ersetzen, das zeigt das Feedback, das wir von Ausstellern bekommen haben, ganz deutlich. Gerade bei der Analytica, denn dort entsteht oft der erste Kontakt zwischen Herstellern und Laboranwendern, der dann in gemeinsame Projekte mündet. Dabei spielt Vertrauen eine große Rolle, das bei einem persönlichen Treffen auf der Messe viel besser hergestellt werden kann als über einen Telefonanruf oder Video-Call.

Gerade die Analytik- und Diagnostik-Branche hat gezeigt, welche entscheidende Rolle sie bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie hat. Spiegelt sich das in der diesjährigen Veranstaltung wider?

Wittmann: Auf jeden Fall, denn in der Pandemie hat die Branche wieder einmal bewiesen, wie leistungsstark sie ist. Wir werden beispielsweise im Rahmen des Biotech-Forums zwei Diskussionsrunden zum Thema Covid mit Wissenschaftlern und Virologen durchführen. Hier geht es um den aktuellen Stand der Forschung und deren zukünftigen Auswirkung auf die Branche. Die Hersteller mit ihren Laborgeräten und Lösungen waren in der Pandemie natürlich das zentrale Element für die Covid-Analytik, aber auch für die Entwicklung des Impfstoffes. Zur Analytica haben rund 120 Hersteller angekündigt, dass sie Innovationen zum Thema Covid-Forschung und -Diagnostik sowie zur Digitalisierung in der Pandemie zeigen werden. Wir gehen davon aus, dass es zur Messe weitaus mehr sind. Und die Analytica will Kooperationen anstoßen, damit wir Covid-19 endlich bewältigen und für zukünftige Pandemien besser gerüstet sind. Denn vereintes Know-how ist der Schlüssel im Kampf gegen Corona.

Nennen Sie drei Highlights, warum jeder aus der Analytik-Community auf die Analytica kommen sollte.

Wittmann: Ein Highlight ist sicherlich, dass sich die internationale Laborbranche nach vier Jahren erstmals wieder live auf ihrer größten Branchenplattform treffen und austauschen kann. Die Analytica behandelt schließlich alle Themen rund ums Labor umfangreicher und tiefgehender als jede andere Messe. Ein weiteres Highlight ist die Sonderschau Digital Transformation, die Zukunftstechnologien im Labor erlebbar macht. Dort präsentieren unterschiedliche Firmen auf fünf Laborinseln herstellerübergreifend Use-Cases zum vernetzten und digitalen Labor. Das Spektrum reicht von Cobot- assistierten Arbeitsprozessen für die Probenvorbereitung, über die benutzerorientierte Prozessführung mit Laboratory Executions Systemen bis hin zu horizontal und vertikal vernetzten und modular angepassten Gerätelösungen. Unter den 13 Ausstellern sind große namhafte Firmen wie Thermo Fisher, Düperthal oder Mettler Toledo vertreten, die durch junge Unternehmen wie Essentim, Fluics oder Better Basics ergänzt werden. In einem eigenen VR-Bereich kann man eine virtuelle Reise in das Labor der Zukunft unternehmen. Ein Forum, das die Sonderschau ergänzt, zeigt mit Expertenvorträgen den derzeitigen Stand und die zukünftige Entwicklung der Labordigitalisierung. Dort wird unter anderem auch Spectaris den aktuellen Status zur OPC-UA Schnittstelle von Geräteherstellern vorstellen.

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Schluss mit unnötigen Wegen

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Bei fünf vollgepackten Messehallen kann man schon mal die ein oder andere spannende Neuheit verpassen. Wir führen Sie auf unseren Guided-Tours zu den Themen Chromatographie/HPLC, Probenvorbereitung und Liquid Handling kostenlos zu den Top-Innovationen. An den Messeständen bekommen Sie dann exklusive Einblicke von Produktexperten.

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Und schließlich laufen in diesem Jahr zum ersten Mal zwei Parallelmessen, nämlich die Automatica, Leitmesse für intelligente Automation und Robotik, und die Ceramitec, der internationale Treffpunkt der Keramikindustrie. Dadurch entstehen spannende Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Branchen. Und man kann mit dem Analytica-Ticket ganz einfach auf den beiden anderen Messen vorbeischauen.

Sie sind erstmals verantwortlich als Projektleiter für die Analytica. Wie haben Sie die Branche in den vergangenen Monaten erlebt?

Wittmann: In meinen knapp 28 Jahren bei der Messe München habe ich schon einige Branchen betreuen dürfen. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, dass die Menschen in den unterschiedlichen Märkten gemeinsame Verhaltensmerkmale haben, die nicht von der Sache herrühren. Fast so wie in unterschiedlichen Familien. Pandemiebedingt fanden die Kontakte in meiner kurzen Zeit in der Analytica-Welt mehrheitlich online statt. Auch bei den Umständen konnte man nicht von einem Normalzustand sprechen. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass die Branche in dieser Zeit recht entspannt war, eventuell liegt das am vorhandenen Know-how rund um Covid. Auch der Umgang miteinander erscheint mir sehr kooperativ, man hat keine Scheu vor Zusammenarbeit und ist experimentierfreudig. Ich freue mich schon sehr darauf, die Branche endlich live bei uns in den Messehallen zu erleben. Denn die persönliche Begegnung vor Ort kann keine Software ersetzen. 

Herr Wittmann, vielen Dank für das Gespräch.

Ergänzendes zum Thema
Armin Wittmann

Wittmann startete seine berufliche Laufbahn nach dem Studium zum Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) in München zunächst bei einem mittelständischen Unternehmen, das Stahlkon­struktionen herstellt. Dort war er für die (Termin-)Koordination von Konstruktionsabteilung, Fertigung und Montage zuständig. 1995 wechselte er zur Messe München. Dort war er u. a. für das Ordercenter M,O,C, die Messe Golf Europe und die Schmuckmesse inhorgenta zuständig. Im Juni 2011 führte ihn schließlich der Wunsch nach einem Themenwechsel zurück in sein technisches Metier. Über zehn Jahre leitete er die Messe für die automatisierte und intelligente Produktion, Automatica. Seit 2020 hat er die Projektleitung der Analytica übernommen.

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