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Forensik Forensik lässt Insekten reden

| Autor/ Redakteur: Janika Wiesner* / Dr. Ilka Ottleben

In der Forensik werden viele Fragen gestellt: Wie lange hat die Leiche im Freien gelegen? Starb die Person drinnen oder draußen? Was erzählt das Muster der Blutspritzer über den Ablauf eines Gewaltverbrechens? Um die Antworten zu geben, müssen Kriminalbiologen wie Dr. Mark Benecke ganz genau hinsehen.

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(Bild: Rocksau Pictures)

Viele kennen Deutschlands bekanntesten Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke aus Köln von Fernsehdokumentationen, in denen die Aufklärung von Kriminalfällen dargestellt wird. Auch Adolf Hitlers mutmaßlichen Schädel untersuchte er schon vor laufenden Kameras. Benecke ist gern gesehener Gast in Talkshows zu Themen wie kriminalistische Spurenauswertung, Mord oder menschliche Abgründe im Allgemeinen. Der Sachverständige hält Vorträge, schreibt Bücher und unterrichtet Studenten. Er genießt auch international hohes Ansehen. Mit dem, was Krimiserien im Fernsehen zeigen, hat Mark Beneckes Berufsalltag allerdings wenig gemeinsam.

Mit Lupe und Tatortlampe

Die Unterschiede beginnen schon damit, dass Benecke niemals wie die Fernsehermittler im teuren italienischen Designeranzug am Tatort erscheint. Er bevorzugt einfach zu waschende Kleidung, die auch mal richtig schmutzig werden kann. Seine wichtigsten Utensilien sind zunächst eine leistungsstarke LED-Tatortlampe und eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung, womit er beispielsweise die Spuren auf und in der Umgebung einer Leiche inspiziert. „Schon bei der Betrachtung mit der Tatortlampe arbeite ich – wie später unter Einsatz des Stereomikroskops – auch mit Schräglicht“, erläutert der Kriminalbiologe. „Leider gibt es nur wenige LED-Lampen, die ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Feld ermöglichen, was für meine Arbeit aber unverzichtbar ist.“ Das Entwicklungsstadium der Maden, die sich im Laufe des Verwesungsprozesses auf einem toten Körper entwickeln, kann Hinweise darauf geben, wie lange er bereits an dieser Stelle gelegen hat. Sind auf einer draußen entdeckten Leiche zum Beispiel Stubenfliegenlarven vorhanden, könnte der Fundort nicht der Tatort sein. Die Person könnte in einem geschlossenen Raum zu Tode gekommen sein. Schon am Tatort kann Dr. Benecke mit dem tragbaren Leica DM1000 LED die gefundenen Spuren bei bis zu 500-facher Vergrößerung untersuchen. „Das portable Mikroskop ist für meine Arbeitsweise ideal, weil ich es unterwegs benutzen kann. Ich bin begeistert, wie hell die LED-Beleuchtung ist“, berichtet der Kriminalbiologe.

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