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Gendoping Forscher wollen neue Gendoping-Nachweisverfahren entwickeln

Redakteur: Olaf Spörkel

Wissenschaftler wollen neue Nachweisverfahren für Gendoping entwickeln und tragen hierfür im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele Mäuse auf den Mount Everest.

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Für die Entwicklung neuer Gendoping-Nachweismethoden tragen Dr. Gabriel Willmann (links) und Prof. Dr. Tejvir S. Khurana Mäuse auf das Dach der Welt. (Quelle: Qiagen)
Für die Entwicklung neuer Gendoping-Nachweismethoden tragen Dr. Gabriel Willmann (links) und Prof. Dr. Tejvir S. Khurana Mäuse auf das Dach der Welt. (Quelle: Qiagen)
( Archiv: Vogel Business Media )

Hilden, Everest/Nepal – Ein Forscherteam der Universität Pennsylvania will erstmals lebende Mäuse auf das „Dach der Welt“ bringen und neue molekulare Testverfahren zum Nachweis von Leistungsmanipulationen auf Gen-Ebene entwickeln. Unterstützt wird das Projekt von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und Qiagen.

Im Rahmen der kürzlich gestarteten Expedition wollen die Forscher Blut- und Gewebeproben der Mäuse untersuchen und eine molekulare Signatur für höhenbedingten Sauerstoffmangel erstellen. Darauf basierende Tests sollen laut Pressemitteilung einen Vergleich zwischen natürlichen und durch Gendoping künstlich beeinflussten molekularen Signaturen ermöglichen. Gendoping steht seit 2003 auf der Verbotsliste der WADA, die Überführung molekulargedopter Athleten ist jedoch bisher nicht möglich.

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Das Forscherteam um Prof. Dr. Tejvir S. Khurana und Dr. Gabriel Willmann sucht nach Genen, die in sauerstoffarmer Umgebung aktiv sind und die Anpassung des Organismus an die veränderten Umweltbedingungen erlauben.

Sauerstoffmangel regt die Bildung von Erythropoetin (EPO) an. EPO ist ein natürliches Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen steigert. Wird die Aktivität von Genen so beeinflusst, dass der Körper ohne Sauerstoffmangel verstärkt EPO und vermehrt rote Blutkörperchen bildet, versagen die Doping-Kontrollen bisher. Im Rahmen der Expedition wollen die Forscher Biomarker für einen Test identifizieren, der zwischen einem natürlichen und künstlich durch Gendoping herbeigeführtem Aktivierungszustand der Gene unterscheiden kann.

Behandlung von Muskeldystrophie

Neben Nachweismethoden zur Überführung von Dopingsündern erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse zur Behandlung von Muskeldystrophie. Die genetisch bedingte Erkrankung tritt vergleichsweise selten auf, ist bislang allerdings unheilbar und geht mit einer stark verringerten Lebenserwartung einher. Da die Krankheit auch die Atemmuskulatur betrifft, leiden Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung an Sauerstoffunterversorgung, die mit dem Effekt eines Aufenthalts in extremer Höhe vergleichbar ist.

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