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Neuerung der Bioabfallverordnung Für weniger Plastik im Bioabfall

Redakteur: Christian Lüttmann

In Zukunft gibt es eine Obergrenze für Plastik im Biomüll. Mit einer überarbeiteten Form der Bioabfallverordnung soll bald der Plastikanteil im Kompost auf maximal 0,5 Prozent begrenzt sein. Betreiber von Behandlungsanlagen müssen ggf. mit aufwändigen Trennverfahren den Müll vorreinigen.

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Die neue Form der Bioabfallverordnung setzt eine Höchstgrenze für Plastik im Biomüll fest (Symbolbild).
Die neue Form der Bioabfallverordnung setzt eine Höchstgrenze für Plastik im Biomüll fest (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei, Couleur / Pixabay )

Berlin – Künftig dürfen Bioabfälle nur noch maximal 0,5 Prozent Kunststoffe enthalten, bevor sie in die Kompostierung oder Vergärung gelangen. Stammen die Bioabfälle aus der Biotonne sind maximal 1,0 Prozent Kunststoffe zulässig. Diese erstmals eingeführte Obergrenze sieht die Novelle der Bioabfallverordnung vor, die am 22. September 2021 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Dieser Wert gilt künftig auch für Verpackungen und Kaffeekapseln, die als biologisch abbaubare Kunststoffprodukte beworben werden. Solche Kunststoffe bauen sich in Behandlungsanlagen allerdings nicht vollständig ab und können daher die Umwelt verschmutzen. Die Neuerung soll im ersten Halbjahr 2022 im Bundesgesetzblatt offiziell verkündet werden.

Kern der geplanten Novelle sind die neuen Vorgaben für die Entfrachtung von Fremdstoffen aus Bioabfällen, bevor sie in die biologische Behandlung (Kompostierung, Vergärung) oder Gemischherstellung gelangen. Betreiber der Behandlungsanlagen müssen künftig die Menge an Fremdstoffen im angelieferten Bioabfall prüfen. Werden die neuen Input-Obergrenzen überschritten, müssen sie die Fremdstoffe aufwändig entfernen. Das betrifft v. a. Kunststoffverpackungen, die mit verpackten Lebensmittelabfällen aus dem Handel und der Produktion oder privaten Haus-halten in den Bioabfall geraten. „Am besten landen Lebensmittelverpackungen oder Plastiktüten erst gar nicht im Biomüll. Wenn wir als Verbraucherinnen und Verbraucher Bioabfälle gewissenhaft trennen, steigt die Qualität der Komposterde und die Umwelt bleibt sauber“, kommentiert Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Grundsätzlich gilt: Je sauberer und sortenreiner die angelieferten Bioabfälle sind, desto geringer sind Aufwand und Kosten für die Fremdstoffentfrachtung.

Auch Abfall ist ein Wertstoff

Bioabfälle machen den größten Teil der getrennt gesammelten Siedlungsabfälle aus. Jährlich werden in Deutschland rund 14 Millionen Tonnen biologisch abbaubare Abfälle getrennt gesammelt und erfasst, wovon der größte Teil in Kompostierungs- und Vergärungs- beziehungsweise Biogasanlagen behandelt wird. Allerdings werden noch immer zu viele Bioabfälle nicht getrennt erfasst und gehen als Wertstoff verloren. Bioabfälle landen zu einem Großteil in der Restmülltonne, sie haben dort mit rund 40 Prozent den größten Anteil. Um das zu ändern, muss das Sammeln und Trennen vor Ort in den Kommunen leichter werden. Das Bundesumweltministerium hilft dabei mit der Kampagne „Aktion Biotonne Deutschland“. Städte und Landkreise sowie kommunale Entsorgungsträger finden an dieser Stelle hilfreiche Informationen für ihre Abfallberatung.

Die getrennte Sammlung und Verwertung von Bioabfällen ist aktiver Ressourcen- und Klimaschutz. Durch die Vergärung von Bioabfällen wird Biogas gewonnen, womit fossile Energieträger wie Erdöl und Kohle ersetzt werden. Bioabfallkomposte und Gärrückstände werden zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt und ersetzen Primärrohstoff-Düngemittel und Torf.

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