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Vorteile der Harmonisierung photometrischer Verfahren
Die Vorgaben der DEV A0-2 (inklusive der Durchführung eines Validierungsringversuchs) sind bei der Entwicklung einer neuen Norm zu befolgen. Bei der Normung der CFA-, FIA- und EAS-Techniken in den vergangenen 20 Jahren mussten die Fragen, die bereits von den Experten der korrespondierenden manuellen Techniken bearbeitet wurden, erneut beantwortet werden. Dabei wurden in der Regel die gleichen Antworten gefunden. So sind sämtliche Maßnahmen zur Beseitigung von Störungen, Konservierung, Probenlagerung bis hin zur Filtration der Proben außerhalb des Reaktionsgefäßes durchzuführen. Die Vorgehensweise bei der Einleitung der Farbstoffreaktion mittels manueller oder automatisierter Dosierung von Reagenzien zur Probe sollte deshalb bei korrekter Anwendung des Verfahrens keinen Einfluss auf die Ergebnisqualität haben.
Die Beschreibung eines analytischen Grundverfahrens würde somit Entwicklungskosten bei DIN, den Normungsarbeitskreisen sowie bei den Geräteherstellern reduzieren.
Normen müssen gepflegt werden. Sie werden im Turnus von fünf Jahren hinsichtlich des Überarbeitungsbedarfs geprüft. Eine Reduzierung des Normenbestands würde zu einer Reduzierung des Prüfaufwands beim DIN und dem Entwicklerarbeitskreis führen.
Analytik im gesetzlich geregelten Bereich erfolgt auf der Grundlage von Referenzanalysenverfahren. Die Berücksichtigung der Geräteentwicklung kann in Rechtsvorschriften aus gesetzestechnischen Gründen nicht in zeitlicher Nähe zur Publikation einer neuen Norm erfolgen. Eine Photometrienorm, die unabhängig von der einzusetzenden Gerätetechnik in einer Rechtsvorschrift zitiert werden könnte, stellte langfristig Ergebnissicherheit her und ermöglichte den Laboren bedarfsorientierte Investitionen in den Gerätepark tätigen zu können.
Wie könnte Harmonisierung organisiert werden?
Normung erfolgt nach dem Konsensprinzip. Deshalb sollte jeder, der sich mit der photometrischen Analyse von Wasserproben befassen muss, zur Mitarbeit eingeladen werden. Dazu zählen Experten aus Hochschule, Wirtschaft, Behörde, Anwender und Gerätehersteller. Zu vereinheitlichen wären beispielsweise:
- Strategien zur Beseitigung von Störungen,
- die Konservierung der Probe (z.B. Säureart, pH-Wert, Lagerdauer),
- Konzentrationen der Reagenzien im Reaktionsgefäß (z.B. Messkolben, Reaktionsküvette).
Das Zusammenführen von Verfahren, die auf dem gleichen Reaktionsprinzip beruhen, in eine harmonisierte, technikübergreifende Norm fände eine Vielzahl von Gewinnern:
- Der Gesetzgeber würde über einen langen Zeitraum Normen zitieren können, die dem Stand der Analysentechnik entspräche.
- Im DIN ließe sich der Pflegeaufwand für bestehende Normen reduzieren.
- Anwender erhielten Investitionssicherheit, außerdem erhielten Gerätehersteller Planungssicherheit bei der Entwicklung neuer Techniken.
* F. Schmitz, T. Riehl: Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL), 65203 Wiesbaden
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