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Energetische Nutzung von Pferdemist
Für die technische Nutzung von Pferdemist muss die Zusammensetzung dieses Substrats inklusive möglicher Schwankungen grundlegend bekannt sein. Die Untersuchungen zeigen, dass Pferdemist im Wesentlichen aus Einstreu, Kot, Urin und Futterrückständen (s. Abb. 1) besteht. Um die Zusammensetzung und das gesamte Potenzial des Pferdemistes zu ermitteln, wurde eine Systemgrenze um die Box gezogen. Futter, Einstreu und Wasser werden in die Pferdebox gegeben, teilweise von dem Pferd verdaut, ausgeschieden und beim Säubern der Box als Pferdemist herausgenommen (s. Abb. 2).
Die prozentualen Anteile der einzelnen Bestandteile im Pferdemist sind jedoch von Haltung, Einstreu, Fütterung und Mistung abhängig:
- Haltung: Die Haltungsarten reichen von Weidehaltung (nur Kot, oft ohne Einsammlung) bis hin zur Boxenhaltung (Kot, Urin und Einstreu; regelmäßige Einsammlung, unterschiedliche Boxengrößen). Genaue Angaben über die Anzahl oder den Anteil der Pferde in den verschiedenen Haltungsarten existieren jedoch (noch) nicht [6].
- Einstreu: Die Menge beläuft sich auf 5 – 10 kg pro Tag [7]. Erste Untersuchungen zeigen, dass bei Stroh als Einstreumaterial bis zu 50% des Pferdemistes aus Stroh besteht [8]. Es sind bisher keine grundlegenden Untersuchungen bezüglich Menge und Art der Einstreu verfügbar, da die Auswahl individuell von den Stallbesitzern oder -betreibern getroffen wird.
- Mistung: Im Hinblick auf die Qualität und Zusammensetzung ist die Häufigkeit der Mistung relevant. Abhängig von der Verweildauer des Mistes in der Box ändert sich die Zusammensetzung (Verhältnis von frischem Stroh zu Äppeln und Urin). Außerdem setzten bei langen Mistungsintervallen aerobe und anaerobe Abbauprozesse bereits in der Box ein.
- Fütterung: In der Boxenhaltung werden die Pferde ausschließlich über Kraft- und Raufutter genährt. Als Faustregel gilt eine Rau- und Kraftfuttermenge von mindestens 1 kg Trockensubstanz (TS) pro 100 kg Lebendgewicht [5]. Die Menge hängt maßgeblich von der Belastung des Pferdes ab. Der Wasserbedarf eines Pferdes liegt im Sommer und bei Beanspruchung bei 7 - 10 L pro 100 kg Lebendmasse und im Winter bei 3 – 5 L [9]. Deshalb nimmt ein Pferd pro Tag zwischen 30 und 60 L Wasser zu sich, wobei die ausgeschiedene Urinmenge etwa 3 – 10 L beträgt [10].
Insgesamt fallen daher pro Pferd täglich 23 – 45 kg Frischmasse Mist an (s. Tabelle 1). Bei 860 000 Pferden und einer Mistmenge von mindestens 8,4 t pro Pferd und Jahr, wurde ein theoretisches Biomassepotenzial von insgesamt mindestens 7,6 Mio. t pro Jahr in Deutschland ermittelt [4].
Die Biogaserträge von Pferdemist schwanken zwischen 360 L/kg organische Trockensubstanz (oTS) und 650 L/kg oTS (s. Abb. 3). Basierend auf diesen Ergebnissen ist daher die Vergärung von Pferdemist in einer Biogasanlage mit anschließender stofflicher Nutzung der Gärreste sinnvoll.
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