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Entzündungen besser kontrollieren Heilsames Meer: Mit Schwämmen gegen chronische Entzündungen

Quelle: Pressemitteilung Universität Graz 2 min Lesedauer

Ob Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – bei vielen Erkrankungen spielen chronische Entzündungen eine zentrale Rolle. Ein internationales Forscherteam hat nun herausgefunden, dass ein Naturstoff aus einem Meeresschwamm der Gattung Spongia Entzündungsprozesse umlenken kann. 

Unterwasserwelt mit heilsamem Potenzial: Forschende haben herausgefunden, dass ein Naturstoff aus einem Schwamm der Gattung Spongia Entzündungsprozesse umlenken kann. Hier zu sehen: exemplarische Darstellung von Meeresschwämmen im Schwarzen Meer (Symbolbild)(Bild:  © Oleg Kovtun – stock.adobe.com)
Unterwasserwelt mit heilsamem Potenzial: Forschende haben herausgefunden, dass ein Naturstoff aus einem Schwamm der Gattung Spongia Entzündungsprozesse umlenken kann. Hier zu sehen: exemplarische Darstellung von Meeresschwämmen im Schwarzen Meer (Symbolbild)
(Bild: © Oleg Kovtun – stock.adobe.com)

Bei vielen Krankheiten spielen chronische Entzündungen eine zentrale Rolle, von Stoffwechselstörungen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Gewebeschäden nach Verletzungen oder Infektionen. „Normalerweise kann der Körper Entzündungen selbst wieder beenden. Gerät dieser Prozess aus dem Gleichgewicht, bleiben Abwehrzellen dauerhaft aktiv und treiben negative Veränderungen im Gewebe weiter an“, erklärt der Pharmazeut Andreas Koeberle von der Universität Graz.

Zusammen mit einem internationalen Forschungsteam hat Andreas Koeberle gezeigt, dass ein Naturstoff aus dem Meer Entzündungsprozesse umlenken kann. Die Forschenden synthetisierten die Substanz Cyclosmenospongin, die zuvor in einem in Australien beheimateten Schwamm der Gattung Spongia entdeckt wurde. Im Labor stellten sie fest, dass der Wirkstoff das Fettprofil menschlicher Immunzellen umfassend verändert. „Die untersuchten Verbindungen senkten die Bildung entzündungsfördernder Leukotriene und erhöhten zugleich den Gehalt mehrerer Botenstoffe, die mit der Beruhigung und Auflösung von Entzündungen in Verbindung gebracht wurden. Sie verändern also das Stoffwechselprogramm der Immunzellen maßgeblich“, erklärt Koeberle. 

Entzündungen umprogrammieren statt blockieren

Besonders überraschend war für die Forschenden, dass diese Wirkung eng mit der Speicherung von Fetten in Immunzellen zusammenhängt. Cyclosmenospongin reduziert die Menge von neutralen Lipiden, Triglyceriden und Cholesterinester. „Dadurch stand den Zellen weniger Material zur Verfügung, um entzündungsfördernde Signalstoffe zu bilden. Ähnliche Effekte haben wir erzielt, als wir gezielt Enzyme gehemmt haben, die an der Lipidspeicherung beteiligt sind. Das belegt einen engen Zusammenhang zwischen Fettaufbau in Immunzellen und Entzündungen, der in dieser Form vorher nicht bekannt war“, sagt Koeberle.

Die Forschungsergebnisse liefern neue Ansatzpunkte, um überschießende oder chronische Entzündungen besser zu kontrollieren. Kollegen der Universität Innsbruck legen die chemische Grundlage für die Studie, indem sie Varianten der Naturstoffe herstellten und veränderten. Die biologischen Untersuchungen erfolgten unter anderem in Graz und Neapel.

Originalpublikation: Waltl, L., Holubek, D., Speck, K., Wildermuth, R., Haut, F.-L., Permann, S., Plangger, I., Steinborn, C., Rao, Z., D’Avino, D., Cerqua, I., Stadler, J., Roviezzo, F., Schlenke, P., Siller, A., Schennach, H., Koeberle, S.C., Pferschy-Wenzig, E.-M., Rossi, A., Magauer, T., Koeberle, A. Reorganization of innate immune cell lipid profiles by bioinspired meroterpenoids to limit inflammation. Advanced Science, 18.08.2026, DOI: https://doi.org/10.1002/advs.76861

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