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Extractables & Leachables

Implantate und Prothesen im Qualitätscheck

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Blick auf die technischen Details

Und so gingen die Wissenschaftler vor: Das Implantat wird in Gänze für die Dauer einer definierten Zeit (24 h / 30 Tage) in ein wässriges Extraktionsmedium (Aceton/Wasser, 90:10) getaucht und die Lösung anschließend mit dem Twister, seiner Natur nach ein Rührfisch, durchmischt (2 h / 1000 UpM), wobei die Extraktion und Anreicherung der organischen Bestandteile in den PDMS-Mantel des Twisters erfolgt [3]. Das Rührstäbchen wird der Lösung entnommen, mit entionisiertem Wasser gespült, mit einem Papiertuch trocken getupft und in einem abgedichteten Thermodesorptionsröhrchen auf dem Autosampler platziert. Die Thermodesorption der extrahierten Komponenten in der Thermaldesorptionunit (Gerstel-TDU) schließt sich an, vollständig automatisiert mit dem Multipurpose-Sampler (Gerstel-MPS), und, in diesem Zuge, deren temperaturprogrammierte Überführung auf den mit einem Kaltaufgabesystem (Gerstel-KAS) als PTV-Injektor und Kühlfalle ausgestatteten GC 7890 (Agilent Technologies). Detektiert wurde mit einem Agilent Triple-Quadrupol-MS.

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Ende gut, alles gut

Was haben Gyorgy Vas und Kollegen erreicht? Mit der von ihnen entwickelten und validierten SBSE-GC-MS/MS-Methode konnten sie auslaugbare Komponenten in Spuren (< 150 ng/Tag) aus medizinischen Implantaten bestimmen. Die Methode sei spezifisch für die identifizierten PHBP-Abbauprodukte, zudem linear in einem Bereich von 40-6000 pg/mL und genau. Angewandt wurde die SBSE-GC-MS/MS-Methode auf elf Tibia-Knie-Implantate unterschiedlicher Größe, die nicht – wie häufig üblich – nach Manipulation nur in Bruchstücken, sondern im Ganzen extrahiert wurden. Zudem, betonen die Wissenschaftler, ist „der größte Teil der Probenvorbereitung automatisiert oder erfordert nur minimale manuelle Arbeit.“ Es werden keine aggressiven oder gesundheitsschädlichen Lösemittel für die Extraktion eingesetzt, was obendrein noch das Arbeitsumfeld und damit das Laborpersonal entlaste.

Literatur:

[1] www.pqri.org/workshops/leach_ext/

imagespdfs/posters/PQRI_

Recommendations_Poster.pdf

[2] J. Pharm. Biomed. Anal. 74 (2013) 62-70

[3] Nobuo Ochiai et al., Schadstoffe aus wässrigen Medien effizient extrahieren, LABORPRAXIS 10/2010

* G. DEUßING: Redaktionsbüro G. Deußing, 41464 Neuss

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