English China

Titration des Salzgehaltes in Kaviar

Kaviar: Luxusartikel auf dem Prüfstand

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Das zur Konservierung eingesetzte Salz kann in seiner Konzentration und Verarbeitungsart variieren. Kaviar mit einem Salzgehalt von 2,8 bis 3,5 % wird als Malossol (mild gesalzen) bezeichnet. Bei Kaviar schlechterer Qualität werden auch 7 bis 10 % Salz zugegeben (starke Salzung). Bei so genanntem Presskaviar werden die gereinigten Eier in einer gesättigten Salzlösung nass gesalzen. Dieser Vorgang findet bei 40 bis 45 °C statt. Nach ca. zwei- bis dreiminütiger Lagerung in der Salzlake, wird der Rogen mithilfe von Sieben entnommen und die restliche Salzlake mit Leinentüchern abgepresst. Dieser Vorgang wird für Kaviar minderer Qualität oder Mischware aus unterschiedlichen Kaviarsorten eingesetzt [2].

Eine regelmäßige Kontrolle des Salzgehaltes im fertigen Produkt ist notwendig, um dem Kunden eine gleichbleibende Qualität bieten zu können. Abweichungen von den Sollwerten führen zu Qualitätseinbußen oder erhöhtem Einsatz von Rohstoffen. In der Folge resultieren hieraus wirtschaftliche Verluste, Reklamationen und Kundenunzufriedenheit.

Bildergalerie

Die Kontrolle der Salzkonzentration erfolgt über Titration des Chloridgehaltes. Abbildungen 2 und 3 zeigen den Aufbau anhand eines Titroline 5000 mit Elektrode und Homogenisator. Der Homogenisator wird verwendet, um die eingewogene Probe zu zerkleinern und somit eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen.

Salzgehalt einfach und schnell per Titration kontrollieren

Bereits 0,5 bis 1 g Probe reichen für die Bestimmung aus. Als Titrationslösung wird eine 0,1 molare Silbernitratratlösung verwendet. Während der Titration reagieren die Silberionen des Titranten mit den in der Probe vorliegen Chloridionen des zugesetzten Salzes und bilden einen schwer löslichen Silberchloridniederschlag. Die Detektion erfolgt mittels einer Silber-Elektrode, die mit einer AgCl-Schicht überzogen wurde (AgCl 62). Diese Elektrode eignet sich aufgrund der aufgebrachten Silberchloridschicht besonders gut für die Detektion des bei der Titration entstehenden schwerlöslichen AgCl. Als Innenelektrolyt wird eine 2-molare KNO3-Lösung verwendet, welche mit 0,001 mol/l KCl versetzt ist. Hierdurch wird eine Kontamination der Probenlösung mit Chlorid­ionen minimiert. Der pH-Wert der Probelösung wird mit Salpetersäure eingestellt. Eine Ansäuerung ist notwendig, da ansonsten Silberhydroxide die Reaktion stören können.

Der Titroline 5000 wird mit diversen Standardmethoden ausgeliefert, zu denen auch die Bestimmung der Chloridkonzentration gehört. Die Titration erfolgt dynamisch und wird am Äquivalenzpunkt abgebrochen. Abbildung 4 zeigt eine Beispielkurve für eine Chloridtitration und deren erste Ableitung als Abbruchkriterium. Eine Ausgabe des Ergebnisses als NaCl erfolgt durch einfache Anpassung des in der Berechnung verwendeten Faktors.

(ID:44261435)