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Analyse radioaktiver Spuren in der Luft Kein Kernwaffentest bleibt geheim

Quelle: Pressemitteilung

Ein Atombombentest ist ein Ereignis von internationaler Tragweite. Um unterirdische Kernwaffentests selbst weit außerhalb von Deutschland zu enttarnen, pflegt das Bundesamt für Strahlenschutz eine Messstation, die nun mit noch präziserer Technik aufgewertet wurde.

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Über radioaktive Isotope in der Luft lassen sich Kernwaffen-Tests nachweisen, selbst wenn sie tausende Kilometer entfernt durchgeführt wurden (Symbolbild).
Über radioaktive Isotope in der Luft lassen sich Kernwaffen-Tests nachweisen, selbst wenn sie tausende Kilometer entfernt durchgeführt wurden (Symbolbild).
(Bild: © jro-grafik - stock.adobe.com)

Salzgitter – Geheime unterirdische Kernwaffentests aufspüren ist nicht nur die Handlung von actiongeladenen Polit-Thrillern, sondern im echten Leben die Aufgabe der Organisation zur Überwachung des Internationalen Kernwaffentest-Stoppabkommens (CTBTO): Mehrere Dutzend untereinander vernetzte, internationale Messstationen erfassen geringste Spuren von Radioaktivität in der Luft. Andere Stationen messen seismische Signale. So bleiben dem Netzwerk keine etwaigen Kernwaffentests verborgen.

Radioaktivität über die Luft messen

Das Bundesamt für Strahlenschutz BfS betreibt auf dem Schauinsland-Berg bei Freiburg die einzige Messstation in Mitteleuropa, die hochempfindliche Radioaktivitätsmessungen für die CTBTO durchführen kann. Einen besonderen Stellenwert hat die Messung der radioaktiven Isotope des Edelgases Xenon, da dieses Edelgas auch nach unterirdischen Kernwaffentests in die Atmosphäre gelangt und so gemessen werden kann. Auch jetzt schon gibt es auf dem Schauinsland ein System zur Messung von radioaktiven Edelgasen. Täglich werden dort Luftproben genommen und mit hochempfindlicher Messtechnik analysiert.

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Nun wurde ein neues Messsystem auf dem Schauinsland getestet. Es soll im internationalen Messnetz der CTBTO zum Einsatz kommen. Das neue System entnimmt alle sechs Stunden Proben zur Messung von radioaktiven Edelgasen aus der Luft, vier Mal häufiger als das aktuelle. Gleichzeitig ist es noch empfindlicher als das alte System. Damit soll es künftig einfacher werden, den Ursprung radioaktiver Stoffe zu ermitteln.

Kein nuklearer Störfall bleibt unentdeckt

Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg hatten Freiburger Forscher damit begonnen, auf dem 1.200 Meter hohen Schauinsland bei Freiburg die kosmische Höhenstrahlung zu messen. Im März 1953 stießen sie dabei auf ungewöhnliche Werte, die sich als Spuren von radioaktivem Fallout eines Atombombentests in der amerikanischen Wüste von Nevada herausstellten. Den Forschern war es damit erstmals gelungen, radioaktive Stoffe aus Atombombentests anderer Staaten in Deutschland nachzuweisen.

Die bislang letzte oberirdische Atombombenexplosion im Oktober 1980 in China wurde ebenfalls auf dem Schauinsland nachgewiesen. Auch die radioaktive Wolke, die nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Frühjahr 1986 über Europa hinweg zog, wurde auf dem Schauinsland registriert, ebenso wie radioaktive Elemente aus dem Unfall in Fukushima.

Welche internationale Bedeutung das CTBTO-Mess-System hat, erklärt die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini. „Seit dem Aufbau des internationalen Überwachungssystems Ende der 1990er Jahre sind mit Ausnahme von Nordkorea weltweit keine Atombomben mehr getestet worden. Dies ist ein großer Teilerfolg für das Ziel der nuklearen Abrüstung. Damit dies so bleibt, muss das Kontrollsystem ständig weiterentwickelt werden. Mit der Erprobung eines neuen Messsystems auf dem Schauinsland hat das BfS in den letzten Monaten einen Beitrag hierzu geleistet.“

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