Anbieter zum Thema
Diverse Krankheiten hängen mit Keratinen zusammen
Die Ergebnisse sind ein wichtiger Fortschritt für die Forschung. Eine Reihe von Krankheiten beim Menschen hängen mit der Proteingruppe der Keratine zusammen und werden vermutlich durch die schlechtere mechanische Stabilität der Zellen hervorgerufen. Der Nachweis der Funktionalität von Keratinen könnte eine Erklärung liefern. Ein Beispiel ist die genetisch bedingte Hautkrankheit Epidermolysis bullosa, die sogenannte Schmetterlingskrankheit. Dabei führt eine angeborene Mutation in bestimmten Genen schon im Kleinkindalter zu Blasen und Wunden am und im ganzen Körper. Die Krankheit kann zu schweren Behinderungen oder gar zum frühzeitigen Tod führen.
Keratine sind nicht nur bei der Haut, sondern bei allen Trennschichten im Körpergewebe wichtig – beispielsweise auch bei äußeren Schichten von Drüsengeweben, etwa bei der Bauspeicheldrüse. Die äußeren Schichten schützen die inneren, sehr weichen Drüsenzellen. Dabei sind sie mitunter kräftigen mechanischen Beanspruchungen, etwa durch Bewegung oder Stöße, ausgesetzt. Nachdem die Wissenschaftler sich bislang nur einzelne Zellen angeschaut haben, werden sie nun komplette Gewebe untersuchen. Dabei wollen sie herausfinden, welche zusätzlichen oder verstärkten Effekte Keratine auf die Mechanik von Geweben ausüben.
Originalpublikation: Keratins as the main component for the mechanical integrity of keratinocytes. Lena Ramms Gloria Fabris, Reinhard Windoffer, Nicole Schwarz, Ronald Springer, Chen Zhou, Jaroslav Lazar, Simone Stiefel, Nils Hersch, Uwe Schnakenberg, Thomas M. Magin, Rudolf E. Leube, Rudolf Merkel, and Bernd Hoffmann; Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), Oktober 2013
(ID:42385160)

