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Wie Endosomen Zellmaterial wiederverwerten Kiss and Run im Zellrecycling

Quelle: Pressemitteilung Uni Basel 2 min Lesedauer

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Was ist noch brauchbar und was kann entsorgt werden? Vor dieser Frage stehen auch Zellen. Forschende vom Biozentrum der Universität Basel haben eine biologische Maschinerie entdeckt, die noch brauchbare Proteine fürs Recycling sichert.

Sortierende Endosomen (grün) und Recycling-Vesikel (magenta) in menschlichen Zellen.(Bild:  Biozentrum, Universität Basel)
Sortierende Endosomen (grün) und Recycling-Vesikel (magenta) in menschlichen Zellen.
(Bild: Biozentrum, Universität Basel)

Die Wiederverwendung von Stoffen ist energiesparend und ressourcenschonend. Kein Wunder, dass auch die Natur recycelt. In den Zellen trennen winzige Organellen, so genannte Endosomen, das angelieferte zelluläre Material in Wert- und Abfallstoffe.

Wie genau jedoch die Endosomen sortieren, lag bislang im Dunkeln. Ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Anne Spang vom Biozentrum der Universität Basel hat nun mit der zellulären Maschinerie „FERARI“ einen wertvollen Akteur in diesem Prozess entdeckt. Der spezialisierte Molekülverbund verteilt die rezyklierbaren Wertstoffe, hauptsächlich Transportproteine und Rezeptoren, und bringt sie in den zellulären Kreislauf zurück. So müssen wertvolle Zellbestandteile nicht ständig neu hergestellt werden, was Energie und auch Zeit spart.

Recycling und Entsorgung durch Endosomen

Endosomen sind kleine membran-umhüllte Bläschen im Inneren von tierischen und pflanzlichen Zellen. Während ihrer Reifung laufen Endosomen unterschiedliche Stadien durch, in denen sie verschiedene Aufgaben übernehmen. Die frühen Endosomen nehmen hauptsächlich Material auf, die reiferen sortieren das rezyklierbare Material aus und die späten Endosomen entsorgen den nicht wiederverwertbaren Rest.

Verteilerstation in den Zellen

Das Forschungsteam hat nun herausgefunden, dass FERARI in den sortierenden Endosomen als eine Art Verteiler fungiert. „FERARI besteht aus verschiedenen Proteinen und ist dafür zuständig, dass Recycling-Vesikel an den Sortier-Endosomen andocken und mit wiederverwendbarem Material beladen werden können“, erklärt Studienleiterin Spang.

Das Besondere an dem zellulären Recycling-Komplex ist, dass er beides koordiniert: die Fusion von Endosom und Recycling-Vesikel (kiss) sowie das Abschnüren nach Beladung (run). Im Anschluss daran bringen die beladenen Vesikel ihre Fracht an den Einsatzort, die Zellmembran. „Unsere Arbeit widerspricht dem gängigen Dogma, welches davon ausgeht, dass die Recycling-Vesikel direkt vom Endosom abgeschnürt werden“, sagt Spang. „Wir sind die ersten, die diesen Kiss-and-Run-Mechanismus zeigen.“

Störungen im Recycling mit Krankheiten assoziiert

Funktioniert FERARI nicht einwandfrei, ist das Recycling in der Zelle beeinträchtigt. Störungen in zellulären Transport- und Recyclingprozessen können zu einer Vielzahl von Krankheiten führen, dazu zählen Krebs, Stoffwechsel- und neurodegenerative Erkrankungen.

Originalpublikation: Jachen A. Solinger, Harun-Or Rashid, Cristina Prescianotto-Baschong and Anne Spang: FERARI is required for Rab11-dependent endocytic recycling, Nature Cell Biology (2020); DOI: 10.1038/s41556-019-0456-5

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