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Waldner-Fachsymposium 2013 Labor-Fachsymposium: Nach dem Projekt, ist vor dem Projekt

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Wie würden Nutzer ihre Labore planen wenn sie könnten? Kann man im Vorfeld wirklich alle Projekteinzelheiten abklären? Wie kann man Planungsfehler vermeiden? Und woher weiß man, was der Nutzer braucht, wenn noch nicht mal der Forschungsauftrag bekannt ist? Das Waldner Fachsymposium in Isny wollte diese Aufgabenstellungen nicht lösen, aber einen Beitrag in Theorie und Praxis dazu leisten.

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Das 17. Fachsymposium von Waldner fand in rustikalem Ambiente statt.
Das 17. Fachsymposium von Waldner fand in rustikalem Ambiente statt.
(Bild: Waldner)

Wangen – Seit Jahrhunderten werden Labore geplant und gebaut und mindestens genauso lange werden die Labore dann in der Erstnutzung umorganisiert. Referenten und Teilnehmer diskutierten am 10. und 11. Oktober in Isny über zahlreiche Aspekte zum Thema richtige Laborplanung.

Grundsätzlich kamen die Referenten alle auf einen Nenner: Es ist grundsätzlich schwierig im Vorfeld etwas zu planen, wenn die Anforderungen noch nicht wirklich feststehen. Einfach ein Labor auf die grüne Wiese bauen kann jeder. Dies aber so zu gestalten, dass die Forscher danach attraktive Arbeitsplätze vorfinden und effizient darin arbeiten können ist die große Herausforderung.

Dass das aber durchaus möglich ist, zeigten die Laborplaner Markus Hammes und Klaus Söhngen in ihren Vorträgen. Sie stellten beide heraus, dass, wenn in der Planungsphase Zeit für detaillierte Projektklärung investiert wird, das Projekt wirklich so umgesetzt werden kann, wie es geplant wurde.

Anwender fordern Vernetzung von Forschungsfeldern

Diskussionen löste vor allem der Vortrag von Dr. Dimitrios Mihalios von der Technischen Universität München aus. Er demonstrierte als Nutzervertreter sozusagen, wie sehr sich im Moment noch die Forschung an die Einrichtung anpassen muss. Sein Ansatz für die Forschung und damit auch für das Labor der Zukunft ist die absolute Vernetzung der Forschungsfelder, bzw. der Fakultäten. Die Infrastruktur dann für diese Anforderung ins Labor zu bringen, sei Aufgabe der Planung, so Dr. Mihalios.

Nils Bohn vom Max-Delbrück-Centrum schlägt deshalb als Lösung für die Planungsunsicherheit und die fehlenden durchdachten Anforderungen vor, einfach so flexible Räume wie möglich zu gestalten – „Räume ohne Grenzen“. Wenn man beispielsweise Tischflächen so flexibel wie möglich (z.B. Höhenanpassung vorsieht) oder auch die Medienversorgung anpassbar gestalte, könne der Nutzer sich dann sein Labor individuell einrichten. Er appellierte daran, die Räume „umnutzungsfähig“ zu planen. Den gleichen Vorsatz wendet er auch für die Technische Gebäudeausstattung (TGA) an. Es sollten Platzreserven für Technikzentralen vorgesehen werden, es muss geklärt sein, ob Leitungstrassen bzw. Sanitärinstallationen jederzeit angepasst werden können und auch die Lüftung, Kühlung oder Heizung sollte flexibel sein.

Letztendlich wurde wieder einmal deutlich, dass das Geld, der Platz und die Zeit für eine intensive und ausbaufähige Laborplanung und –einrichtung immer gut investiert sind.

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