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LAB-SUPPLY Wien Labormesse zurück in Österreich

| Autor: Christian Lüttmann

Fachmessen sind in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Wegen der Corona-Pandemie mussten zahlreiche Veranstaltungen verlegt oder abgesagt werden. Dank eines umfassenden Hygiene-Konzepts war die LAB-SUPPLY Wien nun eine der ersten Fachmessen in Österreich nach dem Corona-Lockdown. Fast 120 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über Labor- und Analysetechnik zu informieren.

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Auf der LAB-SUPPLY Wien konnten die Besucher wieder in persönlichen Austausch mit Ausstellern und anderen Anwendern treten.
Auf der LAB-SUPPLY Wien konnten die Besucher wieder in persönlichen Austausch mit Ausstellern und anderen Anwendern treten.
(Bild: LABORPRAXIS, Lüttmann)

Wien/Österreich – Herantasten an eine neue Situation: Quasi als ein Vorreiter in Österreich fand mit der LAB-SUPPLY am 8. September wieder eine der ersten Fachmessen im Austria Center Wien seit dem Corona-Lockdown im März statt. Damit haben die Veranstalter einen Schritt zurück in Richtung Normalität gewagt. Knapp 120 Besucher nutzten diese Gelegenheit und freuten sich, wieder in direkten Kontakt mit verschiedenen Herstellern und Produktspezialisten aus der Labor- und Analysetechnik zu kommen.

Sicherer Messebesuch dank Hygienekonzept

Die Umstände für die aus Deutschland bekannte Labormesse waren und sind in diesem Jahr dabei durchaus schwierig. Zwar hatten nur wenige Wochen zuvor bereits zwei LAB-SUPPLY-Messen in Deutschland stattgefunden, doch in Österreich gehörte die Messe zu den ersten Neustartern, die sich der Herausforderung einer solchen Veranstaltung in Zeiten von Corona stellten. Dies wusste so mancher Besucher zu schätzen „Das ist für uns die erste Messe, die wir dieses Jahr besuchen“, sagt Birgit Schmölzer von Greiner Bio One. „Sonst hat nichts stattgefunden und wird hier in Österreich auch nichts mehr für uns stattfinden dieses Jahr.“ Daher ist Schmölzer froh, endlich endlich einmal wieder ins direkte Gespräch mit Anwendern und anderen Ausstellern zu kommen. „Weil viele Angst haben, dass sich die Corona-Bestimmungen wieder ändern können, hat außer der LAB-SUPPLY hier in Österreich sonst keiner eine solche Messe riskiert“, meint sie.

Die Sicherheit von Besuchern und Ausstellern stand auf der LAB-SUPPLY an oberster Stelle. Das offiziell vom österreichischen Magistrat genehmigte Hygiene-Konzept umfasste neben der Maskenpflicht auch größere Abstände zwischen den Ständen, Bereitstellen von Desinfektionsstationen sowie eine Einbahnstraßen-Regelung für den Gang über die Messe. Für den Fall einer akuten Covid-19-Erkrankung war sogar ein Notarzt vor Ort. Alle Anwesenden mussten zudem ihre Kontaktdaten hinterlegen, sollte im Nachhinein doch eine Infektion festgestellt werden.

Weniger Besucher – aber nicht weniger zufrieden

Trotz der teilweise einschränkenden Hygienemaßnahmen waren die Besucher überwiegend froh und dankbar über die angebotene Messe, wenn auch einige Interessierte wohl im Homeoffice bzw. auf der Arbeit blieben (mussten). Die Gründe hierfür sind vielschichtig: Manche hatten nicht die Erlaubnis der Vorgesetzten, in Corona-Zeiten eine Messe zu besuchen. Manche kamen vielleicht nicht, weil in diesem Jahr auch weniger Aussteller auf der Messe präsent waren: Statt der im vergangenen Jahr über 100 Firmen hatten diesmal rund 55 Unternehmen einen Stand.

LAB-SUPPLY Wien 2020
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Wer aber die Möglichkeit eines Messebesuches hatte, der profitierte wie üblich von dem persönlichen Austausch an den Ständen und den Zufallsentdeckungen auf der Messe. „In Gesprächen mit zwei der Aussteller hier hat sich gezeigt, dass diese auch Produkte von meiner Einkaufsliste anbieten. Das hätte ich anders nicht herausgefunden, weil ich gar nicht erwartet habe, dass sie diese Produkte überhaupt im Programm haben“, sagt Herwig Reichl von Hämosan.

Für die zur Messe gefahrenen Anwender war die geringere Besucherzahl mitunter sogar von Vorteil. „Wir waren eigentlich froh, dass heute nicht so viel los war wie im vorigen Jahr. So hatten wir mehr Zeit, mit den Ausstellern in Ruhe unsere Fragen zu klären“, sagt Di Samantha Derksen von Sonic Catch, die sich einen Fachvortrag von Metrohm über spektroskopische Methoden angehört hat.

Ergänzendes zum Thema
Aussteller-Meinung zur LAB-SUPPLY WIEN

Die LAB-SUPPLY Wien aus Sicht eines Ausstellers – Drei Fragen an Dr. Christoph Jansen von Mettler Toledo Analytical:

LABORPRAXIS: Wie nehmen Sie die Stimmung unter den Ausstellern wahr?

Dr. Christoph Jansen: Angesichts der aktuellen Krise waren einige Aussteller nicht gekommen. Aber bei den anwesenden Unternehmen konnte man oft hören, dass sie ganz ungeduldig sind, wieder mit Anwendern zu sprechen. Viele Aussteller sind dieses Jahr mit geringen Erwartungen auf die LAB-SUPPLY gekommen und man könnte scherzhaft sagen, sie wurden nicht enttäuscht. Tatsächlich war in Wien im Vorjahr deutlich mehr los. Man setzt bei diesem direkten Vergleich aber natürlich auch falsche Maßstäbe, das dürfte jedem klar sein.

LP: Hat sich der Messebesuch für Sie gelohnt?

Dr. Jansen: In Anbetracht der Situation war die Messe in Wien überraschend gut besucht. Leider sind einige der angekündigten Fachvorträge ausgefallen. Weil deswegen die noch stattfindenden Referate nicht wie sonst üblich parallel, sondern hintereinander angeboten werden konnten, erreichten sie stattliche Zuschauerzahlen. Mein Vortrag über die Digitalisierung im „Labor der Zukunft“ war beispielsweise mit ca. 40 Zuschauern sehr gut besucht. Es waren viele junge Chemiker in der Ausbildung da, die natürlich ein großes Interesse an dem Thema haben. Aber auch Kunden aus der Industrie saßen im Auditorium, sodass wir sagen können, dass sich der Aufwand für uns von Mettler Toledo gelohnt hat.

LP: Wie sehen Sie die Zukunft von Präsenzmessen?

Dr. Jansen: Viele Anbieter nutzen heutzutage Online-Videokonferenz-Tools, um mit Kunden in Kontakt zu bleiben, sie zu beraten. Auch wir von Mettler Toledo nutzen diese Möglichkeit momentan sehr erfolgreich. Es entsteht vielfach der Eindruck, dass diese Tools das Reisen zu Kunden und auch Messen künftig überflüssig machen könnten. Mit einigen Jahren Berufserfahrung sage ich, dass Onlinekonferenzen bestenfalls in einer Übergangszeit akzeptabel sind, wenn es ohnehin nicht anders geht,und später wieder nur als Ergänzung dienen werden.

Ich war mir mit vielen Ausstellern auf der Messe einig, dass nach der Krise jene Anbieter einen Wettbewerbsvorteil haben werden, die wieder Kunden besuchen und im persönlichen Gespräch eine Vertrauensbasis aufbauen können. Kunden kaufen lieber, was sie live gesehen oder gar ausprobiert haben, bekommen dadurch eher Vertrauen in eine Lösung. Somit werden aus meiner Sicht auch Messen nie überflüssig. Bitte halten Sie also am Konzept der LAB-SUPPLY fest, auch wenn wir nun eine gewisse Durststrecke überwinden müssen.

So geht es weiter

Am 19. Mai 2021 wird die LAB-SUPPLY wieder in Wien stattfinden, in diesem Jahr geht es aber erst einmal in Deutschland weiter: Als nächstes findet am 30. September die LAB-SUPPLY Münster statt. Danach sollen noch Messen in Berlin und Hamburg folgen. Das Konzept bleibt erhalten: Die LAB-SUPPLY ist für Besucher kostenlos, an verschiedenen Standorten in Deutschland sowie in Wien präsent, und sie bietet neben der Produktausstellung auch diverse Fachvorträge zu Themen rund um die Labor- und Analysetechnik.

Weitere Infos zu der Messe-Reihe finden Sie auf www.lab-supply.info. Dort sind auch die aktuellen Ausstellerlisten sowie die Programme mit den Fachvorträgen hochgeladen, sowie ausführliche Hinweise zu dem entwickelten Hygienekonzept für Ihren sicheren Messebesuch.

Hinweis: Die LAB-SUPPLY Leverkusen am 24. November 2020 findet nicht statt.

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Über den Autor

 Christian Lüttmann

Christian Lüttmann

Volontär, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG