Mais-Schädling lässt Wurzeln wuchern (Wissenschaftsbild des Tages)
Eine neue Studie der Universität von North Carolina in Chapel Hill hat enthüllt, dass die Zellen, die unsere Organe formen, erheblich mobiler und koordinierter agieren, als bisher angenommen. Durch Experimente mit Fruchtfliegen entdeckten die Forscher, dass sich künftige Muskelzellen über die Oberfläche des sich entwickelnden Hodens bewegen und so aktiv seine Form gestalten. Interessanterweise nutzen diese Zellen ein Kommunikationssystem, das normalerweise bei der Gehirnentwicklung zum Einsatz kommt, um ihre Bewegungen aufeinander abzustimmen. Die Studie zeigt, dass vor allem dynamische mesenchymale Zellen hervor übersehen werden. Diese Zellen, die im Gegensatz zu den bislang als zentral angesehenen statischen epithelialen Zellen stehen, zeigen bemerkenswerte Flexibilität und Einfluss bei der Organbildung. Dank der Echtzeit-Live-Bildgebung konnten die Forscher diese faszinierenden Prozesse detailliert verfolgen. Eines der aufgenommenen Bilder zeigt einen Hoden ex vivo, auf dessen Oberfläche sich im Hoden entstehende Myotuben (TNMs) bewegen. Diese TNMs sind Vorläufer von Muskelfasern und spielen eine entscheidende Rolle bei der Formung der Organstruktur, indem sie aktiv und koordiniert ihre Position verändern. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten potenziell neue Perspektiven auf Entwicklungsstörungen und könnten darüber hinaus unser Verständnis darüber vertiefen, wie Krebs, der ebenfalls von mesenchymalen Zellen beeinflusst wird, wächst und sich verbreitet.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 26.6.2025 (Bild: Dr. Maik Bischoff)

