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Grüne Analytik

Mikro-LC: Wie „grün“ geht HPLC?

| Autor/ Redakteur: Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt*, Dr. Thorsten Teutenberg** Tim Apel***, Prof. Dr. Martin Jäger****et al. / Dr. Ilka Ottleben

Kaum eine Methode wird in analytischen Laboren so häufig eingesetzt wie die HPLC, um z.B. gesundheits- und umweltgefährdende Substanzen in geringsten Konzentrationen nachzuweisen. Paradox, dass die Methode selbst in nicht zu vernachlässigendem Ausmaß schädliche Lösemittel verbraucht. Umdenken ist gefragt. Welche Stärken kann die Mikro-LC hier im Vergleich zur klassischen HPLC ausspielen?

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Abb. 1: Grüne Analytik: Welche Stärken hat die Mikro-LC im Vergleich zur klassischen HPLC?
Abb. 1: Grüne Analytik: Welche Stärken hat die Mikro-LC im Vergleich zur klassischen HPLC?
(Bild: ©Mopic - stock.adobe.com)

Analytische Methoden auf Basis der Flüssigkeitschromatographie (HPLC) kommen in allen pharmazeutischen, chemischen und biochemischen Laboren zum Einsatz – in der Routine wie in der Forschung, in der Qualitätskontrolle wie der Umwelt- und Spurenanalytik. HPLC-Verfahren werden u.a. eingesetzt, um gesundheits- und umweltgefährdende Substanzen in geringsten Konzentrationen nachzuweisen. Allerdings sind diese Verfahren in den meisten Fällen selbst ressourcenintensiv und es werden oftmals Reagenzien genutzt, die nach EHS-Kriterien (Environmental, Health, Safety = Umweltschutz, Gesundheits- und Arbeitsschutz) als bedenklich einzustufen sind. Die Prinzipien der „Green Analytics“ zeigen auf, wie diese Prozesse nachhaltiger, d.h.sicherer, ökologischer und ökonomischer, ausgerichtet werden können.

„Grüne Chemie“: Blaupause für eine nachhaltige Analytik

Welchen Beitrag die Chemie leisten kann und wie eine moderne, nachhaltige Chemie aussehen sollte, formulierten Paul Anastas und John C. Warner im Jahr 1998 in den zwölf Prinzipien der „Grünen Chemie“ [1]. Danach sollen Reaktionen effizient, unter milden Bedingungen, in möglichst wenigen Synthesestufen ablaufen, wenig bis keine Abfälle entstehen und Produkte hervorbringen, die umweltverträglich, nicht-persistent und gut abbaubar sind. Sie vereint damit ökologische, ökonomische und sicherheitsrelevante Aspekte. Um diesem ganzheitlichen Ansatz gerecht zu werden und nicht nur den ökologischen Aspekt in den Vordergrund zu stellen, hat sich in den letzten Jahren der Begriff der „Nachhaltigen Chemie“ mehr und mehr durchgesetzt.