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Mikrowelle zur Lebensmittelanalytik

Mineralölrückstände in Nahrung nachweisen

| Redakteur: Christian Lüttmann

Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln besteht die Gefahr, dass Mineralölbestandteile die Nahrungsmittel kontaminieren. Um solche Produktionsfehler frühzeitig zu erkennen, werden Lebensmittel regelmäßig analytisch untersucht. Für die Probenvorbereitung zum Nachweis auf Mineralölbestandteile bietet die Firma CEM ein eigens entwickeltes Mikrowellenverfahren.

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Mars 6 Mirkowelle von CEM
Mars 6 Mirkowelle von CEM
(Bild: CEM)

Mineralöle kommen in unserer Umwelt nahezu überall vor. Sie setzen sich im Wesentlichen aus zwei chemisch und strukturell unterschiedlichen Fraktionen zusammen: 75 bis 85% aus MOSH und 15 bis 25% aus MOAH. MOSH steht dabei für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (Mineral Oil Saturated Hydrocarbon), und MOAH für ungesättigte (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbon).

Diese Bestandteile von Mineralölen können auf unterschiedlichen Wegen sowohl in pflanzliche als auch in tierische Lebensmittel gelangen. Dort werden sie leicht in den Körper aufgenommen und können sich im Körperfett sowie in einigen Organen anreichern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher, die Aufnahme von MOAH gänzlich zu vermeiden, da nicht auszuschließen ist, dass in dieser Fraktion auch krebserregende Verbindungen vorkommen.

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Verseifung in der Mikrowelle

Beide Stoffgruppen werden in Lebensmitteln und Kosmetika analytisch untersucht, wobei die quantitative Bestimmung der MOSH- und MOAH-Fraktion als Summenparameter erfolgt. Hierfür werden die Proben mit n-Hexan extrahiert und der Extrakt mit gekoppelter HPLC-GC mit Flammenionisationsdetektor oder massenspektrometrischem Detektor analysiert. Vorher wird noch ein Verseifungsschritt mit KOH vorgeschaltet.

Die herkömmliche nasschemische Probenvorbereitung der Verseifung und Lösemittelextraktion ist arbeitsaufwändig und zeitintensiv. Als schnelle und einfache Alternative mit hohem Probendurchsatz in kurzer Zeit hat das Unternehmen CEM ein Verfahren in der Mars 6 Mikrowelle mit speziellen Reaktionsbehältern entwickelt. In 20 Minuten erfolgen die Verseifung und die Lösemittel-Extraktion mithilfe einer speziellen Rührtechnik. Dabei ist die Temperatur ein entscheidender Parameter für die Richtigkeit und Reproduzierbarkeit. Die im Mars 6 eingebaute i-Wave-Temperatursensorik misst laut Unternehmensangaben berührungslos durch verschiedene Materialien wie z. B. Hostaflon TFM und Glas die Probentemperatur der Proben.

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