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Wasseranalytik

Normenvielfalt noch zeitgemäß?

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Jeder Anwender kann, auf Grundlage der individuell gewählten chromatographischen Bedingungen (z.B. Eluentenflussrate), die nach Norm vorgegebenen Zielkonzentrationen der benötigten Anteile der Reaktionspartner im Reaktionsmedium, selbst berechnen und einstellen. Der Nachweis der Gleichwertigkeit einer vom Anwender gewählten IC-Technik mit den in der Norm veröffentlichten Beispielen muss somit nicht mehr aufwändig (z.B. nach DIN 38402-71) geführt werden. Die in DIN EN ISO 11206 beschriebene Vorgehensweise kann grundsätzlich auch für andere photometrische Techniken angewandt werden. Als weiteres Beispiel kann DIN EN ISO 17294-2 (ICP-MS) genannt werden. Die Norm schreibt als Aufschlussverfahren für die Bestimmung des Gesamtgehalts an Elementen (in Abhängigkeit von der Aufgabenstellung) die Anwendung der Normen DIN EN ISO 15581-1 (Königswasseraufschluss) oder DIN EN ISO 15581-2 (Salpetersäureaufschluss) vor. Hier konnte der ICP-Normungsarbeitskreis bereits genormte, für den Anwendungszweck geeignete, Aufschlussverfahren zitieren. Dadurch musste für diese ICP-Norm kein spezielles Aufschlussverfahren erarbeitet werden.

Ausblick: Zusammengeführte Verfahren bringen Vorteile

Normen jüngeren Datums werden im Abstand von drei, die älteren Datums im Abstand von fünf Jahren einer Revision mit der Frage „Bestätigen oder Überarbeiten oder Zurückziehen?“ unterworfen. Für die in den Tabellen aufgeführten genormten (bzw. in Normungsprojekten befindlichen) photometrierbaren Parameter böte sich also im Rahmen der periodisch anstehenden Revision eine gute Gelegenheit zur Prüfung, ob man diese technikübergreifend überarbeiten kann. Dies sollte insbesondere für die AbwV-Parameter, die bereits für manuelle und automatisierte Techniken (Ammonium, Chrom(VI), Nitrit, Phosphat/Gesamtphosphor) genormt wurden, erfolgversprechend umsetzbar sein. Das gilt dann natürlich auch für Normungsprojekte, die neu angemeldet werden (in der Diskussion ist z.B. ein weiteres Norm-Verfahren zur photometrischen Cr(VI)-Bestimmung mittels IC-PCR) und sollte ebenfalls für das aktuell in der Revision zu bearbeitende Sulfid-Verfahren geprüft werden.

Die Vorzüge der Zusammenführung von Verfahren, die auf dem gleichen Reaktionsprinzip beruhen, in eine harmonisierte, technikübergreifende Norm wurden in den früheren LP-Beiträgen [1],[6],[7],[8] dargestellt:

  • der Gesetzgeber würde über einen langen Zeitraum Normen zitieren können, die dem Stand der Analysentechnik entsprächen:
  • im DIN ließe sich der Entwicklungsaufwand für neue Normen bzw. der Pflegeaufwand für bestehende Normen reduzieren:
  • Anwender erhielten Investitionssicherheit und
  • Gerätehersteller erhielten Planungssicherheit bei der Entwicklung neuer Techniken.

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