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Trendbeitrag Wireless

Pragmatischer Umgang mit Wireless-Technologien gewinnt die Oberhand

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Erst im Oktober hatte der Chef von Emerson Process Management, John Berra, auf dem Global User Meeting in Washington/USA seine Erwartungen an den Absatz von Wireless-Geräten definiert. Seiner Meinung nach könnten bei Prozessanlagen mittelfristig im Schnitt rund 20 Prozent der eingesetzten Messgeräte durch neue Wireless-Geräte ersetzt oder ergänzt werden (mehr zum User Meeting auf S. 65). Auch Ralf Küper, Product Specialist Wireless bei Emerson Process Management ist überzeugt, dass durch die Standardisierung der Wireless-Kommunikation für Feldgeräte in der Prozessautomation mit dem WirelessHART-Standard die Akzeptanz und das Vertrauen in diese neue, innovative Technik gesteigert worden ist. Schon jetzt bietet das Unternehmen bereits zahlreiche Wireless-Geräte mit dem WirelessHART-Standard an.

Diskussion noch nicht am Ende

In allen Firmen wird mit Hochdruck an derartigen Implementierungen gearbeitet. Daher erwartet Dr. Lutz Rauchhaupt vom Magdeburger Institut ifak bereits zur Interkama 2009 und Achema 2009 eine breite Palette an Geräten, die dann auch zertifiziert sind. Bislang sind nämlich die formalen Voraussetzungen für eine Zertifizierung durch die HCF noch nicht abgeschlossen. „Alle Produkte, auch die unserer Wettbewerber, müssen durch ein Testprogramm bei der HCF, um als WirelessHART-kompatibel anerkannt zu werden“, formuliert Lohmann die zukünftige Herausforderung. „Die Testpläne für die Feldgeräte sind erst vor kurzem fertig geworden, die Testpläne für das Gateway werden gerade erstellt – mit noch unbekanntem Fertigstellungsdatum.“ Sein Fazit lautet daher, dass es derzeit noch keine WirelessHART-Produkte geben kann.

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Während für Siemens oder Emerson Process Management feststeht, dass mit WirelessHART ein optimaler, offener, international einsetzbarer und von vielen Herstellern getragener Wireless-Standard zur Verfügung steht, ist für andere diese Frage noch längst nicht abschließend geklärt. Nach wie vor bleibt die Verfügbarkeit von Standards, auf die zukünftige Wireless-Technologien aufsetzen können, ein Thema: „Nur damit lassen sich prozesstechnische Anlagen langfristig planen. Darüber hinaus ist die Kompatibilität der Geräte verschiedener Hersteller sichergestellt“, erklärt Michael Kirmas von Honeywell. Die aktuelle Diskussion um WirelessHART zeige, wie viel Beachtung dem Thema beigemessen werde. Als Alternative nennt Kirmas die ISA100, in der ein einheitlicher Standard definiert wird, der die unterschiedlichen Anforderungen noch umfassender abdecken soll.

Die Lager sind gespalten

Kirmas sieht die gegenwärtige Situation und die unterschiedlichen Lager daher gespalten: Befürworter des WirelessHART-Standards werden die bereits verfügbaren Geräte und die damit geschaffenen erweiterten Diagnose-Möglichkeiten im konventionellen Feld hervorheben. Kritiker werden darauf verweisen, dass mit diesem Standard eine sinnvolle umfassendere Wireless-Technologie für unterschiedliche funkbasierte Anwendungen über ein Netz eher verzögert oder erschwert worden ist.

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