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Trendbeitrag Wireless

Pragmatischer Umgang mit Wireless-Technologien gewinnt die Oberhand

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„Kurzfristige kommerzielle Gesichtspunkte und Lagerdenken stehen demnach einem vom Anwender gewünschten gemeinsamen Standard entgegen“, so die Meinung von Kirmas. Seine Forderung lautet: „Die Standardisierungsaktivitäten müssen zügiger und transparenter erfolgen, damit die Verunsicherung potenzieller Anwender vermieden wird“.

Am Anwender gehen diese Überlegungen nicht spurlos vorüber. „Der Anwender muss sich mit der Entscheidung auseinandersetzen, ob er jetzt einen Einstieg über WirelessHART realisieren möchte, oder ob ein Warten auf den SP-100.11a-Standard für ihn sinnvoller ist. Zwar deutet vieles darauf hin, dass sich der ISA-Standard teilweise am HART-Standard orientieren wird. In welchem Umfang dies geschehen wird, ist jedoch nicht klar“, beschreibt Turck-Mitarbeiter Kromhout die Situation und bemängelt die daraus entstehende nicht gerade sichere Entscheidungsgrundlage.

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Überwachung ja, Regelung nein?

Längst sind auch nicht alle technologischen Fragen geklärt. WirelessHART spezifiziert sehr komplexe Geräte- und Systemarchitekturen. Dafür ist ein leistungsfähiges Netzwerkmanagement erforderlich, das Aspekte wie Ausbreitungsbedingungen, Koexistenz und Energiebedarf der Komponenten berücksichtigen muss. „Der Nachweis, dass diese Komplexität in realen Anlagen beherrscht werden kann, steht meiner Kenntnis nach noch aus“, verweist Rauchhaupt. „Allerdings entschärft sich dieser Sachverhalt dadurch, dass zunächst lediglich Überwachungs- und Diagnoseaufgaben im Fokus stehen. Dennoch möchten die Anwender, bevor sie diese Technologie einsetzen, wissen, ob die Kommunikation auch bei schwierigen Verhältnissen zuverlässig funktioniert und erwarten von den Herstellern entsprechende Aussagen.“

Diese Überlegung geht man bei Emerson pragmatischer an. „Emerson Process Management hat schon etliche Wireless-Applikationen verwirklicht, mit denen Standardmesswerte übertragen werden, die nicht zeitkritisch sind“, verweist Küper auf belegbare Zahlen. „Etwa 40 bis 70 Prozent der Messwerte in einer Anlage sind nicht zeitkritisch und können daher sehr einfach mit Smart Wireless ausgerüstet werden.“ Und ist der erste Schritt getan, läuft es im Allgemeinen viel einfacher. „Die Kunden, die Smart Wireless schon im Einsatz haben oder testen, sind von dieser Technik begeistert und denken vielfach über weitere, sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten in ihrem Betrieb nach“, so die Erfahrung von Küper.

Auch bei Siemens nennt man zwei Kategorien, in denen Wireless bereits sehr gut funktioniert. „In der ersten Kategorie geht es darum, Diagnosedaten und Funktionen von Feldgeräten mit HART-Interface, auf die in über 90 Prozent der installierten Systeme nur vor Ort zugegriffen werden kann, zentral ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand zur Verfügung zu stellen. Dies erfolgt über Adapter, die an die installierte 4...20 mA-Schleife angeschlossen werden und alle HART-Daten des Feldgeräts drahtlos und ohne sonstige Eingriffe in das installierte Leitsystem an zentraler Stelle zur Verfügung stellen. In der zweiten Kategorie entfällt die 4...20 mA-Leitung zum Leitsystem: alle Daten, das heißt Prozesswerte, Parameter, Diagnoseinformationen und Funktionen werden drahtlos dem Leitsystem zur Verfügung gestellt. Dies kommt im Wesentlichen bei Umbaumaßnahmen und Erweiterungen bestehender Anlagen und natürlich bei Neuanlagen zum Tragen“, berichtet Guido.

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