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Trendbeitrag Wireless

Pragmatischer Umgang mit Wireless-Technologien gewinnt die Oberhand

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Nach wie vor sind Diagnosekonzepte nach Meinung von Lohmann eines der stärksten Argumente für Wireless. „Zunächst wird WirelessHART ein Problemlöser sein und unserer Auffassung nach in den nächsten Jahren bleiben. Jedoch denken wir, dass mittelfristig der Begriff „Asset Management“ nicht auf die Feldgeräte beschränkt bleibt, sondern WirelessHART die Möglichkeit eröffnet, alle Elemente der Anlage zu diagnostizieren.“ Ein Beispiel könnte sein, dass der Kunde durchaus ein Starkstromkabel zu einer Pumpe legt, aber ein 4...20 mA-Kabel (oder Busanschluss) parallel für die Pumpendiagnose nicht mehr geplant wird. Dank WirelessHART wird die Pumpe jede Stunde diagnostiziert und das Ergebnis der Diagnose drahtlos in die Leitwarte geschickt.

Ziel: autarke Energieversorgung

Eine weitere Herausforderung für die Hersteller ist die autarke Energieversorgung der Feldgeräte. Zwar haben die Batterien in den letzten Jahren einen deutlichen Technologieschub erfahren, jedoch besteht für den harten industriellen Einsatz noch ein deutliches Potenzial. „Hier gilt es, mit intelligenten und innovativen Technologien Lösungen zu finden, zum Beispiel in Form leistungsfähigerer Batterietechnik oder „Energy Harvesting“, also der Entnahme der benötigten Energie aus dem Prozess oder der Umwelt“, nennt Guido weitere Entwicklungsfelder.

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Fazit

Die Wireless-Technologien werden in jedem Fall einen Weg in die Prozesswelt finden. Einig ist man sich dabei, dass der Marktdruck in den USA und in Asien größer ist als in Deutschland, da dort größere Neuanlagen ein besseres Einsatzpotenzial bieten.

„Sicher gibt es Anwender, die der Wireless-Technologie noch skeptisch begegnen. Diese Einstellung ist in Deutschland besonders ausgeprägt, während man in anderen europäischen Ländern sowie in Nordamerika und Asien neuen Lösungen offener gegenübersteht“, macht Andreas Senger von Phoenix Contact Electronics deutlich. Sein Rezept lautet: „Durch Referenzen, die sichere, robuste und Kosten sparende Funkkonzepte aufzeigen, lassen sich Zuverlässigkeit dokumentieren, und Anwender letztlich auch überzeugen.“

Aufklärung tut weiter not: „Dazu gehört, weiterhin über die Funktionsweise sowie die Einsatzbereiche der Wireless-Technologie zu informieren und dabei die Vorteile wie die sichere Datenübertragung sowie das Einsparpotenzial aufzuzeigen“, so Senger. Phoenix Contact hat in den letzten Jahren mit speziellen Funk-Seminaren sowie umfassendem Informationsmaterial in Form von Handbüchern gute Erfahrungen gesammelt. Daher gehe man auch gelassen mit der Fragen nach dem Standard um, erklärt Senger: „Grundsätzlich ist dabei zu berücksichtigen, dass Standards Kompromisse eingehen müssen und daher nicht für jeden Anwendungsfall optimal geeignet sind. Darüber hinaus ist ihre Definition ein zeitintensiver Prozess, sodass sich die Anwender zum Teil noch etwas gedulden müssen.“

Einem Einsatz von Wireless-Technologien steht dies jedoch nicht entgegen, wie Senger abschließend festhält. „Heute lassen sich bereits zahlreiche Aufgaben effizient mit vorhandenen Technologien umsetzen. Daher sind auch die proprietären Lösungen gefordert, sich weiterhin den Anforderungen der Kunden anzupassen.“

Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.E-Mail-Kontakt: info@muehlenkamp.net

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