Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Tagging als Alternative zu Kjeldahl Proteingehalt auf Knopfdruck

| Autor / Redakteur: Ulf Sengutta* / Christian Lüttmann

Der Proteingehalt in Lebensmitteln ist nicht nur für den Endverbraucher eine wertvolle Information, er dient auch der Qualitätskontrolle bei der Produktüberwachung. Um diesen Parameter schnell und betrugssicher zu bestimmen, bietet sich eine Methode an, die spezifisch nur den Protein-Stickstoff bestimmt.

Firmen zum Thema

Abb.1: Der Proteingehalt ist in vielen Lebensmitteln ein wichtiges Qualitätsmerkmal (Symbolbild).
Abb.1: Der Proteingehalt ist in vielen Lebensmitteln ein wichtiges Qualitätsmerkmal (Symbolbild).
(Bild: ©PhotoSG - stock.adobe.com)

Die häufigste Methode zur Bestimmung des Proteingehaltes von Molkereiprodukten war bisher die Kjeldahl-Methode. Sie ist lange erprobt und vielfach als Standard-Methode vorgegeben. Doch weil sie gewisse Nachteile in der Arbeitssicherheit und Aussagekraft der Ergebnisse mit sich bringt, sind schon seit geraumer Zeit Alternativen von den Anwendern gefragt.

Eine Schwäche der Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl ist, dass sie den Gesamtstickstoffgehalt der Probe erfasst, dabei aber keine Unterscheidung der Stickstoffquellen zulässt. Im Normalfall lässt sich zwar aus dem Gesamtstickstoffgehalt einer Probe der Stickstoffanteil der Proteine berechnen. Bei verfälschten Lebensmitteln (Adulterated Food) oder modifizierten Lebensmitteln (Modified Food) ergeben sich jedoch Probleme. Dies zeigte sich u.a. in Skandalen mit Hundefutter und Babymilch in den Jahren 2006 und 2009. Dort war die stickstoffreiche Substanz Melamin zugemischt worden, um einen höheren Proteingehalt der Produkte vorzutäuschen. Mit der Gesamtstickstoff-erfassenden Messung nach Kjeldahl war dies nicht zu erkennen.