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Wasserqualität sichern Prozess-Trübungsmessung für den niedrigen Messbereich

| Autor / Redakteur: Heribert Hohmann* / Dr. Ilka Ottleben

Die Trübung ist ein wichtiger Parameter für die Beurteilung der Wasserqualität und daher nicht zuletzt als Indikatorparameter in der Trinkwasserverordnung verankert. Für eine sichere Bewertung sind kontinuierliche Messungen gefragt und insbesondere niedrige Messbereiche relevant.

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Abb. 1: PTV 1000 wurde vornehmlich zur Überwachung am Filterauslauf in Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen konzipiert. (Ausschnitt)
Abb. 1: PTV 1000 wurde vornehmlich zur Überwachung am Filterauslauf in Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen konzipiert. (Ausschnitt)
(Bild: Tintometer Group)

Das menschliche Auge kann meist Trübungswerte unter 10 FNU nicht mehr sicher wahrnehmen. Der Parameter Trübung gilt als allgemein anerkanntes Kriterium zur Feststellung einer guten Wasserqualität. Er ist als Indikatorparameter in der Trinkwasserverordnung (TVO) verankert; es gilt ein Grenzwert von 1 FNU. Ergänzend ist dort festgelegt, dass im Falle eines plötzlichen oder kontinuierlichen Anstiegs unverzüglich die zuständige Behörde informiert werden muss. Hintergrund dieser strengen Regelung ist, dass es bei der Bewertung von Trübungswerten nicht allein um den optischen Eindruck des Trinkwassers geht, sondern dass sich hinter einem Trübungsphänomen auch das Aufkommen pathogener Keime verbergen kann.

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Vorhandene Partikel, die bei der Filteraufbereitung nicht zurückgehalten werden können, dienen nicht nur als Ansammlungskeim für Bakterien und andere biologisch aktive Spezies. Sie führen im Falle einer notwendigen Desinfektion von Trinkwasser auch zu einem erhöhten Materialeinsatz, da die eingesetzten Desinfektionsmechanismen bei erhöhter Trübung ihre Effizienz zum Teil einbüßen.

Online-Trübungsmessung für den niedrigen Messbereich

Lovibond Water Testing, eine Marke der in Dortmund beheimateten Tintometer Group, bietet erstmalig neben Laborsystemen und Schnelltests für die Wasseranalytik auch ein Prozess-(on-line)-Trübungsmessgerät für den niedrigen Messbereich zur Filterüberwachung in der Trinkwasseraufbereitung an. Diese Neuentwicklung wurde von international renommierten Trübungsexperten mit dem Ziel umgesetzt, ein kontinuierlich arbeitendes Messgerät zu realisieren, das alle Probleme minimiert oder beseitigt, mit denen Anwender beim Einsatz ihrer aktuellen Trübungsmesssysteme zu kämpfen haben. Ein hochfunktionelles Design sowie die konsequente Optimierung materialtechnischer Fragestellungen machen das PTV 1000 in Kombination mit modernen Kommunikationssystemen und einer innovativen Benutzeroberfläche zu einem Prozess-Trübungsmessgerät der nächsten Generation.

Ablagerungen vermeiden, Sicherheit erhöhen

Im Zentrum der Geräteentwicklung standen dabei die Lösung von Fragestellungen zur Vermeidung von Ablagerungen im Gerät, der Eliminierung von Luftblasen, die die Messung nachhaltig stören, sowie Design- und Konstruktionsüberlegungen zur Realisierung besonders niedriger Flussraten (ab 30 ml/min). Ein weiterer Fokus war die Minimierung des Pflege- und Wartungsaufwandes des Systems. Außerdem wird mit dem PTV 1000 erstmalig eine blasenfrei anzuwendende Kalibrier- und Überprüfungsmethode mit stabilisierten und somit lange haltbaren Formazinlösungen möglich, bei deren Anwendung der direkte Kontakt mit der Standardlösung ausgeschlossen ist.

Das Messgerät wurde vornehmlich zur Überwachung am Filterauslauf in Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen konzipiert. Dort werden im Normalfall sehr niedrige Trübungswerte (low level range), d.h. weit unterhalb des in der TVO vorgegebenen Grenzwertes von 1 FNU (formazine nephelometric units) vorliegen. Eine übliche betriebliche Überwachungsgrenze liegt meist unterhalb von 0,2 FNU. Zur kontinuierlichen Überwachung wird die Probe aus einem Bypasssystem dem PTV 1000 zugeführt. Über ein Nadelventil (im optional erhältlichen Fluidics Manager) kann der Probenfluss sehr fein eingestellt werden, um eine Flussrate sicherzustellen, die ein optimales zeitliches Ansprechverhalten des PTV 1000 ermöglicht.

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