Mit der Quantenmechanik könnten sichere Kommunikationskanäle entwickelt werden. Doch die Informationsübertragung per Photonen ist fehleranfällig. Abhilfe könnte eine neue Übertragungstechnik schaffen, bei der die Pulsform des Photons angepasst ist – für eine zuverlässige Quantenkommunikation.
Besonderheit bei der Informationsübertragung per Quantentechnik: Das Photon verändert während der Propagation seine Form
(Bild: Oliver Diekmann / TU Wien)
Die allermeisten modernen Quantentechnologien – von der Quantenkryptographie über das Quanteninternet bis hin zum Quantencomputer – beruhen auf einem unverzichtbaren Grundelement: der Übertragung von Photonen. Zwei Qubits (etwa zwei Atome) tauschen dabei Information aus. Ein Qubit sendet ein Photon, das andere Qubit absorbiert es.
Dieser Prozess funktioniert allerdings nicht perfekt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Photon tatsächlich absorbiert wird, liegt deutlich unter hundert Prozent. Mit herkömmlichen Methoden lässt sich höchstens eine Erfolgsrate von rund 54 Prozent erreichen – in fast der Hälfte aller Fälle geht das Photon verloren. Ein Team der TU Wien unter Leitung von Prof. Stefan Rotter hat nun einen Vorschlag entwickelt, wie sich dieses Problem lösen lässt: Die Form des Photons muss umgekehrt werden – und das gelingt mit einem recht einfachen Trick.
„Wenn ein Qubit ein Photon aussendet, darf man sich das Photon nicht als winziges Teilchen vorstellen, das einfach herausgeschossen wird“, sagt Dr. Zeyu Kuang vom Institut für Theoretische Physik der TU Wien. „Das Photon ist eine Welle, und eine Welle hat eine bestimmte Form und eine bestimmte Ausdehnung.“
Bei Schallwellen ist das genauso: Wenn man mit einem Hammer auf eine Glocke schlägt, dann wird die Schallwelle nicht nur zu diesem einen ganz bestimmten Zeitpunkt erzeugt, sondern der Klang hält eine Weile an. Beim Hammerschlag ist die Schallwelle am kräftigsten, danach klingt sie sanft ab.
Die Welle, die entsteht, wenn ein Photon von einem Qubit emittiert wird, hat eine ähnliche Form: Am Anfang ist sie stark ausgeprägt, danach klingt sie exponentiell ab. Man könnte sagen, die Welle des Photons sieht „zackenförmig“ aus (vgl. Bild oben).
Photonenpuls geschickt anpassen
Diese „Photonenzacke“ bewegt sich nun vom ersten Qubit weg und kann gezielt durch einen Wellenleiter zum zweiten Qubit geführt werden, wo sie absorbiert werden soll. Die Absorptionswahrscheinlichkeit hängt allerdings von der Wellenform des Photons ab. Und genau diese „Zackenform“ – anfangs kräftig, danach abklingend – passt schlecht zu jener Wellenform, die das zweite Qubit am effizientesten absorbieren kann. Ein zeitumgekehrter Puls wäre wesentlich besser geeignet: Er steigt allmählich an und erreicht sein Maximum erst am Ende.
„Das folgt aus der Zeitumkehrsymmetrie in der Quantenmechanik“, erklärt Oliver Diekmann, Projektassistent in Rotters Team. „Unter idealen Bedingungen ist die Quantendynamik umkehrbar. Wenn ein Qubit ein Photon mit einer bestimmten Wellenform perfekt emittiert, dann sagt uns der zeitumgekehrte Prozess, welche Wellenform dieses Qubit perfekt absorbieren kann.“
Umgekehrter Puls für bis zu 100% Übertragungsquote
Für das Team der TU Wien stellte sich daher die Frage: Wie lässt sich die zeitliche Wellenform des Photons umkehren? „Im Vakuum breitet sich Licht immer mit exakt derselben Geschwindigkeit aus, nämlich mit Lichtgeschwindigkeit“, sagt Studienleiter Rotter. „In einem optischen Wellenleiter ist das aber nicht zwangsläufig der Fall. Unterschiedliche Frequenzkomponenten der Welle breiten sich schneller aus als andere – mathematisch wird das durch die so genannte Dispersionsrelation beschrieben.“ Auf dieser Idee aufbauend schlagen die Forschenden vor, die beiden Qubits in einem Wellenleiter zu platzieren und dessen Dispersionsrelation so zu gestalten, dass sich die Wellenform eines emittierten Photonenpulses exakt umkehrt – wodurch theoretisch eine Absorptionswahrscheinlichkeit von hundert Prozent möglich wird.
„Wir haben berechnet, wie sich dieses Ziel erreichen lässt, und den Prozess am Computer simuliert“, sagt Prof. Carlos Gonzalez-Ballestero. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der erforderliche Aufbau technisch umsetzbar sein sollte. Dieser passive Ansatz könnte die Absorption von Photonen durch Qubits deutlich verbessern und damit die Effizienz vieler Quantentechnologien steigern.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.