Rückschlag für Dunkle-Materie-Enthusiasten (Wissenschaftsbild des Tages)
Der so genannte Bullet-Cluster galt bislang als Beweis für die Existenz Dunkler Materie. Vor rund vier Milliarden Jahren waren zwei Galaxiencluster mit mehr als 2.500 Kilometern pro Sekunde kollidierten, wobei sich das interstellare Gas von den Galaxienhaufen trennte. Bei den Galaxienhaufen beobachten Astronomen einen unerwartet starken Gravitationslinseneffekt, den sie bisher mit Dunkler Materie erklärten.
Doch neue Daten stellen dies infrage. Ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universität Bonn hat aktuelle Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops analysiert und Argumente für eine alternative Theorie angeführt, die Modifizierte Newtonsche Dynamik (MOND), die ohne Dunkle Materie auskommt.
Demnach lasse sich der beobachtete Gravitationslinsen-Effekt durch die neu berechnete Menge von sichtbaren Sternen, Neutronensternen und Schwarzen Löchern erklären. Selbst, wenn man weiterhin an der Existenz Dunkler Materie festhalte, müsste man den neuen Daten zufolge deren postulierte Menge auf ungefähr die Hälfte reduzieren, betonen die Bonner Astronomen.
Eine Aufnahme des James-Webb-Weltraumteleskops oben zeigt die innere Region des Bullet-Clusters. Rosa: heißes Gas. Blau: postulierte Verteilung der Dunklen Materie.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 9.7.2026 (Bild: NASA, ESA, CSA, STScI, CXC; Science: James Jee (Yonsei University, UC Davis), Sangjun Cha (Yonsei University), Kyle Finner (Caltech/IPAC))

