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HPLC-Event

Rundum gelungen – LABORPRAXIS veranstaltete ersten HPLC-Praxistag

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Von kleinen und großen Molekülen und Systemen

Auch die UHPLC, also die Trennung mit kleinen Partikeln, war Gegenstand eines Vormittagsvortrags. Sie ist heute Standard in der Qualitätskontrolle klassischer pharmazeutischer Wirkstoffe, der so genannten kleinen Moleküle, und wird hier überwiegend in Kombination mit Umkehrphasen eingesetzt. Der Trend zur UHPLC zeichnet sich inzwischen aber auch in der Analytik von Biomolekülen ab, wie Regina Römling von Tosoh Bioscience in ihrem Vortrag erläuterte. Hierbei muss jedoch abhängig von der Empfindlichkeit der Zielmoleküle sorgfältig geprüft werden, unter welchen Bedingungen die etablierten HPLC-Methoden auf schnellere UHPLC-Methoden umgestellt werden können. Und neue Formen beispielsweise von therapeutischen Antikörpern, wie biospezifische Antikörper, Minibodies oder ADCs (antibody drug conjugates), erfordern auch die Etablierung neuer Analysenmethoden. „Die neuen Formate sind definitiv neue Herausforderungen – da wird es heute in der Chromatographie eigentlich erst richtig spannend“, meint Römling.

Bildergalerie

Gemäß der eingangs erwähnten Vielseitigkeit ging es dann weg von der Pharma- und hin zur Wasser- und Umweltanalytik. Dr. Thorsten Teutenberg vom Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. zeigte am Beispiel eines miniaturisierten 2D-HPLC-Systems gekoppelt mit hochauflösender Massenspektrometrie den Stand der Technik auf dem Gebiet der zweidimensionalen HPLC auf. 2D-Trenntechniken auf der Basis der Flüssigkeitschromatographie werden immer populärer, insbesondere wenn im Rahmen von Screening­ansätzen mitunter mehrere Hundert Komponenten in komplexen Matrices nachgewiesen und quantifiziert werden müssen. Teutenberg und seine Kollegen haben auf Basis der „two loop technique“ erfolgreich ein Micro-LC-System unter Verwendung einer Nano-LC-Säule mit einem konventionellen Massenspektrometer gekoppelt. „Unser System zeigt, dass auch mit einem Micro-LC-System entgegen mancher Behauptung robuste und verlässliche Messungen möglich sind. Man muss lediglich ein paar Dinge bezüglich der Konnektion beachten, dann ist dies schon sehr gut möglich.“ Was die 2D-Technik anbelangt, die mittlerweile auch in kommerziellen Systemen verfügbar ist, so hat die Technologie dennoch einen limitierenden Faktor: Das ist die Datenauswertung. „Die Evaluation der Daten dauert momentan mitunter noch drei bis vier Monate – pro Probe! Das würden wir gerne auf drei bis vier Stunden reduzieren“, erläutert Teutenberg. „Die Anwendbarkeit des Verfahrens ist daher derzeit noch etwas limitiert. Wir halten dieses Problem aber durchaus für lösbar.“

Einfache Probenvorbereitung, sichere Entsorgung

Der Nachmittag des ersten HPLC-Praxistages war dann vertiefenden Workshop-Vorträgen vorbehalten, in denen wichtige Grundlagen vermittelt oder konkrete Anwendungen thematisiert wurden.

Dr. Wolfgang Radke von PSS Polymer Standarrds Service gab einen nahezu allumfassenden Überblick über flüssigchromatographische Methoden zur Charakterisierung von Makromolekülen, Biopolymeren und Proteinen. Welche Informationen zur Probe lassen sich mit welcher Methode generieren? Was sind die (technischen) Anforderungen? Welche Möglichkeiten und welche Limitierungen bestehen? Auf diese Fragen erhielten die Anwender umfassend Antwort.

Dr. Egidijus Machtejevas von Merck vertiefte indes anhand zahlreicher konkreter Anwendungsbeispiele, wie die Verwendung von monolithischen Silica-Säulen die HPLC-Analyse insbesondere von schwierig zu handhabenden, „dreckigen“ Proben in häufig problematischen Matrices deutlich vereinfachen kann. Der Nachweis von Bisphenol A und B in Babymilch, von Parabenen in Kosmetika oder UV-Filtern in Sonnencremes waren nur einige der im Detail beleuchteten Beispiele. In allen Fällen reduziert die Verwendung der monolithischen Silica-Säulen die notwendige Probenvorbereitung deutlich oder macht sie gar ganz überflüssig. „Dies bringt natürlich deutliche Vorteile insbesondere auch für die Routine-Analytik, mit sich“, sagt Machtejevas.

Die Praxis am HPLC-Praxistag spiegelte sich aber nicht nur in praxisnahen Vorträgen wider. Am „Live-Beispiel“ des VWR-Hitachi-Chromaster-Systems stellte Dr. Wolf-Dieter Beinert, VWR International, ein Arbeitspferd für die konventionelle Chromatographie vor, von dem sich die Teilnehmer live am Gerät überzeugen konnten. Und anhand eines speziell für dieses System entwickelten Abfall-Entsorgungssystems konnte Thomas Matheis von Düperthal-Sicherheitstechnik anschließend eindrucksvoll wichtige Grundlagen zur Gefahrstofflagerung im Labor und der sicheren Entsorgung von HPLC-Lösemitteln verdeutlichen.

Insgesamt war der erste HPLC-Praxistag der LABORPRAXIS damit eine runde Sache – Fortsetzung folgt im nächsten Jahr.

Und wenn Sie sich einige Impressionen vom ersten HPLC-Praxistag verschaffen wollen, finden Sie hier eine Bildergalerie.

* Dr. I. Ottleben, M. Platthaus: Redaktion LABORPRAXIS, E-Mail: ilka.ottleben@vogel.de und marc.platthaus@vogel.de

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