English China

Chemieindustrie in Russland

Russlands Chemieindustrie erweitert und modernisiert Produktionsanlagen

Seite: 2/4

Firmen zum Thema

Farben und Lacke: Nachfrage steigt

Die Produktion von Farben und Lacken in Russland legte in den ersten sieben Monaten 2012 um knapp 13% zu. Der Bereich Industrielacke bildet rund ein Viertel des Marktes. Die Nachfrage nach diesen Industrielacken ist auch im 1. Quartal 2012 wieder ordentlich gewachsen - um 10% auf 61.000 t. Im Jahr 2011 wurden 307.500 t verkauft. Das war fast ein Viertel mehr als im Jahr 2010. Es wurden 147.000 t Industrielacke nach Russland eingeführt. Damit lag die Importquote bei fast 50%, sagte Wiktoria Tschernowa, Expertin der Fachzeitschrift Chimkurier auf der 3. Internationalen Creon-Konferenz "Industrielacke 2012" in Moskau. Die Nachfrage dürfte auf Jahressicht 2012 um 10 bis 11% zulegen, prognostizierte Tschernowa.

Die wichtigsten Hersteller von Industrielacken in Russland sind die Firmen Russkije kraski mit einem Marktanteil von 7%, Jarli (6%), Kronos SPB (4%), Petrokom-Lipezk (4%), Wega (4%), Jarowslawskaja lakokrasotschnaja kompanija (3%) und Empils (3%). Dennoch sind die Firmen Akzo Nobel und der deutsche BASF-Konzern dank starker Exporte nach Russland die wichtigsten Anbieter am Markt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Kunststoffproduktion legt zu

Die Nachfrage nach Kunststoffen in Russland steigt weiter auf breiter Basis. Auch die Produktion hat 2011 kräftig zugelegt - um 9% auf 5,4 Mio. t. Das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht. In den kommenden Jahren werden eine Reihe weiterer Werke in Betrieb genommen. In den ersten sieben Monaten hingegen gab es einen leichten Dämpfer: Die Produktion von Kunststoffen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5%. Während der Output von Polystyrol und Polyvinylchlorid zweistellig zulegte, ging die Produktion von Polyethylen um fast 13% zurück, die von Polypropylen um 9%.

Das Unternehmen Techstroi aus Tatarstan plant ein neues Werk zur Produktion von Polyethylenrohren im Gebiet Nowosibirsk. Das meldet die Nachrichtenagentur Prime. Die Investitionen belaufen sich auf bis zu 12 Mio. Euro. Hergestellt werden sollen nicht nur Kunststoffrohre, sondern auch Profile und Platten.

Das russische Chemieunternehmen Uralchimplast hat in den ersten sieben Monaten 2012 die Produktion von Kunststoffen um ein Viertel erhöht. Für das laufende Jahr plant der Chemieriese Investitionen in Höhe von 114 Mio. Euro. Das Geld fließt in die Modernisierung bestehender Anlagen. Außerdem will das Unternehmen mit dem Bau einer neuen Gießharzanlage sowie einer Anlage für Formaldehyd mit einer Kapazität von 50.000 t beginnen. Über die Tochterfirma Uralmetanolgroup soll noch 2012 der Bau eines Werkes zur Produktion von 600.000 t Methanol pro Jahr beginnen; Kostenpunkt: 300 Mio. Euro.

Die Lukoil-Tochter Stawrolen will im Industriepark Kislowodsk in der Region Stawropol (Stawropolski krai) ein riesiges Gasverarbeitungswerk errichten. Das erste nordkaukasische Werk zur Produktion von Ethylen, Polyethylen und Polypropylen soll rund 110 Mrd. Rubel kosten; das sind rund 2,7 Mrd. Euro. Im Jahr 2016 soll der Komplex in Betrieb gehen. Ein erster Resident hat sich auf dem Industriepark bereits ein Gewerbegrundstück gesichert: Dabei handelt es sich um das Unternehmen OOO Polypropylen. Das Unternehmen will 12 Mio. Euro investieren und ein Werk für Polypropylenrohre und Verpackungssäcke aus Polyethylen und Papier herstellen.

(ID:37189730)