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Chemieindustrie in Russland

Russlands Chemieindustrie erweitert und modernisiert Produktionsanlagen

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Russland verbannt schlechten Sprit

Im August 2012 hat Gazprom von der Bank of Scottland und der Sberbank einen weiteren Kredit in Höhe von 830 Mio. US$ erhalten. Das Geld wird für die Fertigstellung des Gaschemiekomplexes Nowyurengoi benötigt. Das Werk für 400.000 t Polyethylen soll 2013 fertig gestellt werden. Damit würde ein Drama zu Ende gehen. Denn der Beschluss zum Bau des Werkes wurde 1993 gefasst, die komplette Ausrüstung in den Folgejahren geliefert. Doch wegen eines Finanzierungsengpasses stoppte Gazprom das Projekt 1996. Wie es heute heißt, könnten die Kapazitäten in einer zweiten Ausbaustufe auf 1 Mio. t Polymere steigen.

Russland verabschiedet sich mit der Brechstange von schlechtem Sprit. Ab 1.1.13 dürfen an Russlands Zapfsäulen nur noch Treibstoffe nach Euro-3-Standard verkauft werden. Das hat die russische Antimonopolbehörde FAS Ende August 2012 noch einmal bekräftigt. Doch bereits heute ist klar: Nicht alle Erdölverarbeiter werden die neuen Normen fristgerecht einhalten können. Viele schaffen es nicht, alle Raffinerien zum besagten Stichtag zu modernisieren. Doch auch wenn Engpässe und ein massiver Anstieg der Spritpreise die Folge sein werden - die russischen Wettbewerbshüter wollen hart bleiben.

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Einige große Konzerne sind bereits mit gutem Beispiel vorangegangen, haben Milliarden investiert. Gazprom Neft und TNK-BP haben ihre Petrochemiefabrik Jaroslawnefteorgsintes am 1.7.12 auf Euro-5 umgestellt. Dasselbe gilt für die Anlage SNPS in Saratow. Baschneft verkauft an seinen knapp 500 Tankstellen nur noch Diesel und Benzin nach dem Euro-Standard 5. Der Erdölriese Lukoil hat sich ebenfalls komplett von Euro-4 und niedriger verabschiedet.

Treibstoffverbrauch soll gedrosselt werden

Dennoch dürften 2013 rund 600.000 t Treibstoff der Euro-3-Norm fehlen, glauben Experten. In jenen Regionen, die der Modernisierung hinterherhinken, dürften die Treibstoffkosten entsprechend ansteigen. Vielleicht werden die Defizite aber auch geringer ausfallen. Denn einige russische Städte wollen den Verbrauch von Diesel und Benzin insgesamt drosseln. So will etwa die Stadt Tscheljabinsk im Ural den Busfuhrpark komplett auf Methan als Treibstoff umstellen.

Das Unternehmen Objedinjonnaja neftechimitscheskaja kompanija (Vereinigte Petrochemische Gesellschaft), ein Gemeinschaftsunternehmen von Baschneft und Petrochemical Holding, will in Ufa und Dserschinsk zehn bis zwölf Erdölchemieunternehmen gründen. Von 2013 bis 2018 beabsichtigt der Konzern rund 5 Mrd. US$ zu investieren.

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