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LC-MS-Analyse

Schnelle LC-MS-Analyse kanzerogener Sudanfarbstoffe in Chilisaucen

| Autor/ Redakteur: Stephan Altmaier* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Sudanfarbstoffe gehören zur Gruppe der Azofarbstoffe und können im menschlichen Körper Krebs verursachen. Ihr Einsatz ist in der EU heute verboten, dennoch finden sie sich noch immer in vielen Nahrungsmitteln und Gewürzen. Eine einfache und zugleich verlässliche Analyse basiert auf der LC-MS.

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Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde eine große Zahl synthetischer organischer Farbstoffe entdeckt. Verglichen mit traditionellen Färbemitteln erlaubten diese Moleküle eine sehr farbenfrohe und brillante Kolorierung von Nahrungsmitteln. Unter diesen Substanzen befindet sich auch die große Gruppe der Azofarbstoffe, bei denen es sich um eine der gesundheitsgefährdendsten Farbstoffklassen überhaupt handelt.

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurden viele Azofarbstoffe in allen Arten von Lebensmitteln eingesetzt, darunter auch eine Gruppe sehr unpolarer und daher wasserunlöslicher, gelber bis roter Farbstoffe, die die Bezeichnung Sudan und Pararot tragen (s. Abb. 2). Sie wurden als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln verwendet und finden nach wie vor Anwendung in Wachsen, Kohlenwasserstoffen, zur Färbung von (Heiz-) Ölen oder Plastiksprengstoff (Semtex).

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Da diese Azofarbstoffe aufgrund ihrer hydrophoben Eigenschaften vom menschlichen Körper schlecht ausgeschieden und zu karzinogenen Aminen abgebaut werden [1–3], ist ihr Einsatz in Lebensmitteln in der Europäischen Union mittlerweile verboten [5, 6]. Eine Einfuhr derartiger Erzeugnisse in die EU ist seit 2003 nur noch erlaubt, wenn ein Analysezertifikat vorliegt [7]. Dieses muss belegen, dass das Nahrungsmittel keine Sudanfarbstoffe enthält. Dennoch finden sie sich nach wie vor in Proben wie Chilipulver, Kurkuma, Palmöl oder auch Lebensmitteln, die Tomaten enthalten, beispielsweise Pesto [2].

Um die Gesundheit der Konsumenten in diesen Fällen sicherzustellen, ist eine schnelle, einfache und zugleich verlässliche Analyse derartiger künstlicher Farbstoffe notwendig, die eine vorangehende, unkomplizierte Probenvorbereitung einschließt. Um die Gefahr einer Blockierung der eingesetzten Trennsäule zu minimieren, wurden alle Analysen auf robusten monolithischen Silicasäulen vom Typ Chromolith durchgeführt.

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