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Ausgereifte Produkte noch besser machen
Einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro hat der Laborgerätehersteller IKA im Jahr 2007 erwirtschaftet. Hierfür waren fast 600 Mitarbeiter an acht Standorten auf vier Kontinenten verantwortlich. Warum auch die Zukunft für das Unternehmen gut aussieht, beantwortet Andreas Reichert, Vice President und seit 1. März 2008 auch Chief Operating Officer der IKA-Gruppe, im LP-Exklusivinterview.
LaborPraxis: Der Laborbranche geht es gut. Der Unternehmensverband Spectaris prognostiziert in diesem Jahr sowohl im In- wie im Ausland Wachstumsraten von fünf bis neun Prozent. Wie sieht es bei IKA aus?
Reichert: Wir sind in der glücklichen Lage nicht nur diese Zahlen bestätigen zu können. Vielmehr gehen wir von einem weitaus höheren Wachstum für die IKA-Gruppe aus. Einen guten Teil dazu tragen unsere Tochterunternehmen in China, den USA, Japan, Malaysia und Korea bei. Wir produzieren unsere Produkte für diese Märkte und in diesen Märkten. So können wir jeweils als lokaler Hersteller agieren. Hierbei versorgen Produkte aus deutscher Herstellung den europäischen Markt, unsere chinesische Niederlassung deckt den asiatischen Markt ab, während IKA Works in Wilmington Nord- und Mittelamerika bedient.
LaborPraxis: Sind Sie als global agierendes Unternehmen auch von den Turbulenzen am Finanzmarkt betroffen?
Reichert: Durch den globalen Produktionsansatz sind wir deutlich weniger betroffen als beispielsweise deutsche Produzenten die weltweit mit Europreislisten agieren. Wer im Euroland auf Eurobasis einkauft, produziert und verkauft, hat kein Währungsproblem. Ähnliches gilt für eine amerikanische Wertschöpfungskette im Dollarraum oder eine asiatische in der lokalen Währung. IKA hat sich lange Jahre mit diesen Globalisierungsparametern auseinandergesetzt und erntet heute die Früchte. Im Übrigen zum Wohle aller Beteiligten. Die Mitarbeiterzahl von heute rund 600 Angestellten ist gleichsam stark an allen Standorten gestiegen. Gerade in Staufen freuen wir uns, dass seit 2003 die Mitarbeiterzahl um rund 15 Prozent gesteigert werden konnte. Wir verstehen Globalisierung als Standortsicherung.
LaborPraxis: Sie haben eine neue Rotationsverdampfer-Linie auf den Markt gebracht. Was kann man an einer mehr als fünfzig Jahre alten Technik noch verbessern?
Reichert: Da gibt es Einiges: An oberster Stelle steht für uns, Produkte noch effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten. Das ist uns bei der RV-10-Serie, wie wir meinen, eindrucksvoll gelungen. Hinzu kommt mit VWR ein starker Distributionspartner und das Servicepaket für den Kunden ist komplett. Als Zeichen unserer Überzeugung ein wirklich gutes Produkt entwickelt zu haben, gehen wir einen in der Branche wohl einzigartigen Weg. Wir statten dieses Produkt mit einer „lebenslangen Garantie“ aus: Für zehn Jahre übernehmen wir auf alle Nichtverschleißteile mit Ausnahme des Glassatzes alle Reparatur- und Ersatzteilkosten.
LaborPraxis: Lebenslange Garantie – mit dem Versprechen von Null Reparaturkosten und Ersatzteilkosten. Wie rechnet sich so etwas?
Reichert: Kurze Antwort: Das rechnet sich in Kundenzufriedenheit und damit in einer langen Kundenbeziehung.
LaborPraxis: Stellen heutige Laboratorien andere Anforderungen an einen Rotationsverdampfer als noch vor zehn Jahren?
Reichert: Natürlich muss ein Produkt mit jeder Entwicklung, mit jeder neuen Serie, besser werden. Sei es das Handling, die applikationsbedingten Spezifika oder natürlich auch die Wirtschaftlichkeit. Ich denke, das ist uns gelungen. Allerdings ist der Hauptaspekt im Labor wohl am Ende immer die Produktsicherheit. Und hier haben wir uns besonders ins Zeug gelegt. Wir haben versucht ein System zu konzipieren, das sich in sämtlichen Situationen in einen sicheren Zustand versetzt, ob nun eine Laborkraft vor Ort ist oder nicht.
LaborPraxis: Konkreter Fall: Was passiert z.B. bei einem Stromausfall?
Reichert: Ein gutes Beispiel, jüngst musste die Stadt Karlsruhe nach einem Brand für einige Stunden ohne Strom auskommen. In diesem Fall wäre der Verdampferkolben unseres Rotationsverdampfers in der Basic-Variante selbständig im stromlosen Zustand aus dem Bad gefahren. In der digitalen Variante hätte über die Infrarotschnittstelle des Badgefäßes eine Fehlermeldung zum Abschalten der Heizelemente geführt. Beim High-End-Modell RV 10 control hätte der integrierte Vakuumcontroller selbständig die gesamte Anlage auf Umgebungsdruck geregelt. Wir arbeiten an Produkten, die das Leben des Laboranten komfortabler und effektiver gestalten, wobei die Sicherheit der Laborkraft und der Umgebung an aller erster Stelle steht.
LaborPraxis: Sie vertreiben Ihre Produkte seit mehreren Jahren fast ausschließlich über Laborhändler. Wie hat sich diese Strategie bewährt und welche Vorteile haben Ihre Kunde dadurch?
Reichert: Zwischen IKA und dem Laborfachhandel besteht eine symbiotische Beziehung. Der Fachhandel weiß es zu schätzen, erstklassige Produkte zu vermarkten und dabei den Wünschen seiner Kunden gerecht zu werden. Im Gegenzug sind wir froh, mit Produktspezialisten des Fachhandels eine außerordentlich kompetente Vertriebsmannschaft zum Wohle des Kunden am Markt zu haben. Es wäre aus unserer Sicht kontraproduktiv eine Reihe von Handelsvertretern ins Direktgeschäft zu schicken, wenn zeitgleich eine gut ausgebildete Verkaufsmannschaft unserer Fachhändler die Beratungsarbeit vor Ort übernimmt. Dadurch kann der Kunde nur gewinnen, da IKA leider nicht alle Produkte, die ein Labor benötigt, produzieren kann.
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