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Rotationsverdampfer Schneller destillieren

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Rotationsverdampfer haben seit vielen Jahren einen festen Platz bei der Probenvorbereitung im Labor. Die neu entwickelte Produktlinie von IKA bietet neue Funktionen wie Rechts-Linkslauf im Intervallbetrieb für spezielle Trocknungsprozesse sowie Timerfunktion für bessere Betriebsergebnisse.

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IKA hat eine neue Gerätelinie mit drei Modellen auf den Markt gebracht: die RV 10 Rotationsverdampfer.
IKA hat eine neue Gerätelinie mit drei Modellen auf den Markt gebracht: die RV 10 Rotationsverdampfer.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die chemische Destillation gehört zu den bekanntesten und ältesten Techniken, die in der Chemie eingesetzt werden. Mit ihr kann ein Gemisch verschiedener Flüssigkeiten – vorausgesetzt, sie haben unterschiedliche Siedepunkte – getrennt werden. Bei einer normalen Destillationsapparatur treten allerdings Nachteile wie Siedeverzüge oder Zerstörung der Substanzen durch zu hohe Temperaturen auf.

Rotierendes Probengefäß als Vorteil

Um diese Probleme zu minimieren, wurde bereits vor 50 Jahren der Rotationsverdampfer entwickelt. Bei dessen Aufbau wird das Verdampfergefäß durch einen Motor ständig gedreht. Durch die Rotation wird die Oberfläche der Flüssigkeit vergrößert, was wiederum zu einer Verkürzung des Verdampfungsprozesses führt. Dank der kurzen Verweilzeit der Flüssigkeit an der Kolbenwand ist außerdem eine deutlich schonendere Destillation gewährleistet. Ein Rotationsverdampfer hat eine etwa viermal bessere Verdampferleistung als ein herkömmliches Destillationssystem.

Neue Gerätelinie mit drei Modellen

Trotz des immer noch gleichen Prinzips gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterentwicklungen.

IKA hat mit den RV 10 Rotationsverdampfern eine neue Linie auf den Markt gebracht, die bei Sicherheit, Effizienz und Benutzerfreundlichkeit Maßstäbe setzt, wie Andreas Reichert, Chief Operating Officer (COO) bei IKA, im LP-Exklusivinterview ab Seite 48 betont. Die Gerätelinie umfasst drei verschiedene Systeme:

  • RV 10 basic für einfache Destillationsaufgaben im Labor,
  • RV 10 digital mit erweiterten Steuerungsmöglichkeiten und
  • das High-End-Modell RV 10 control mit einem integriertem Vakuumcontroller zur genaueren Überwachung der Destillation.

Alle Systeme sind mit einem bedienerfreundlichen Wasser-/Ölbad mit folgenden technischen Leistungsdaten ausgestattet: Heizleistung 1300 Watt; Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 180 °C. Das Heizbad ist auch getrennt vom Rotationsverdampfer verwendbar und ermöglicht so einen zusätzlichen Einsatzbereich. Die Steuerung des Bades erfolgt bei der Basic-Variante durch eine Skala, bei digital und control durch ein digitales Display für die Ablesung der Soll- und Isttemperatur. Ein weiteres zentrales Bauteil eines Rotationsverdampfers ist der Antriebsmotor. Schon das Basic-System ist erstmals mit einem Rechts-Linkslauf im Intervallbetrieb ausgestattet. Dadurch verbessern sich die Ergebnisse deutlich, insbesondere bei Trocknungsprozessen. Besonders lösemittelbeständige PTFE-Dichtungen gewährleisten daneben einen außerordentlich sicheren Betrieb auch bei der Verwendung aggressiver organischer Lösemittel.

Ebenso ist in der Basic-Variante eine Woulffsche Flasche im Lieferumfang enthalten. Sie schützt die Vakuumpumpe vor kondensierten Lösungsmitteln. Für alle Modelle steht eine Vielzahl von Zubehör wie verschiedene Glassätze (vertikal oder diagonal in beschichteter oder unbeschichteter Form), Intensivkühler oder Schutzschilder zur Verfügung. Hierdurch lässt sich die RV-10-Linie genau an die Erfordernisse des Anwenders anpassen.

Sicherheit steht im Vordergrund

Ein wichtiges Kriterium beim Einsatz aller Geräte im Labor sind ihre Sicherheits-Features. Schon die Basic-Variante bietet hierfür u.a. eine Safety-stop-Funktion, bei der der Verdampferkolben im Falle eines Stromausfalls automatisch aus dem Heizbad gehoben wird. Dies garantiert, dass Proben nicht zerstört werden und erhöht die Sicherheit beim unbeaufsichtigten Einsatz. Eine einstellbare Endlagenerkennung schützt ebenfalls bei allen Versionen außerdem den Kolben vor zu tiefer Absenkung und damit vor Bruch.

Steuerung der Systeme

Alle drei Modelle zeichnen sich durch einfache Bedienung aus und verfügen über eine ergonomische Bedieneinheit mit digitalem Display im Frontbereich des Systems. Ein Timer für Zeitablaufsteuerungen sorgt für automatisches Destillieren, wobei der Antrieb nach Versuchsende automatisch aus dem Heizbad herausfährt. Der RV 10 digital kann optional auch über eine RS-232-Schnittstelle mit der labworldsoft-Software ferngesteuert werden. Das High-End-Modell RV 10 control ist vor allem für den vollautomatisierten und gegebenenfalls unbeaufsichtigten Betrieb ausgelegt und bietet hierfür:

eine automatische Belüftung, Kühlwasserabschaltung und Heizbadabschaltung nach Versuchsende,

eine integrierte Kühlwasserüberwachung sowie eine

automatische Heizbadüberwachung mit Destillationsstopp bei Temperaturfehlern.

Neben der einfachen Sollwertvorgabe können beim RV 10 control auch automatische Destillations-Programme gespeichert, Druckgradienten und eine Einstellung über eine Lösungsmittelbibliothek vorgenommen werden.

IKA-COO Reichert ist sich sicher, dass die neue RV-10-Serie ein Erfolg wird: „Wir entwickeln Geräte, die den Arbeitsalltag des Labormitarbeiters komfortabler und effektiver gestalten, wobei die Sicherheit der Laborkraft und der Umgebung für uns an erster Stelle steht.“

(ID:251633)