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Nachhaltigkeit

So gelingt nachhaltiges Arbeiten im Labor

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In einem molekularbiologischen Labor können Freezer und Kühlschränke bis zu 5% des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. Ein gut organisiertes Probenmanagement, regelmäßiges Überprüfen der Geräte und Proben sowie neue Technologien, die die Lagerung von DNA und RNA bei Raumtemperatur ermöglichen, können Verbräuche, Platzbedarf und Kosten senken. Mit diesen Maßnahmen konnte die Universität Stanford innerhalb eines Jahres 2,8 Mio. kWh an Energie und damit eine Summe von ca. 1 Mio. Dollar einsparen [13].

Ergänzendes zum Thema
LP-Tipp: Die 12 Prinzipien der „grünen Chemie“

1. Vermeidung von Abfällen anstelle deren Entsorgung

2. Atomökonomie und Atomeffizienz

3. Verwendung harmloserer und weniger giftiger Chemikalien

4. Entwicklung von ungefährlichen Produkten

5. Verwendung von ungefährlichen Lösungsmitteln und Hilfsstoffen

6. Bessere Energieeffizienz

7. Bevorzugte Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen

8. Kürzere Synthesewege

9. Katalysatoren statt stöchiometrischer Reagenzien

10. Produkte sollen in der Umwelt abbaubar sein

11. Analytische Methoden zur Überwachung der Umweltverschmutzung

12. Von Grund auf sichere Prozesse

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Ansatzpunkte für nachhaltigeres Arbeiten gibt es also genug – aber es ist auch notwendig, dass der Einzelne nachhaltige Alternativen (er)kennt: es müssen genug Informationen verfügbar und Bewertungskriterien, z.B. in Form von Zertifizierungssystemen, vorhanden sein.

Journals, wie „Green Chemistry“ oder „Sustainable Pharmacy" können als Quelle für neue Anwendungen und Technologien dienen. Für Laboreinrichtungen und Großgeräte gibt es mit Egnaton-Cert zukünftig ein Zertifizierungssystem, das deren Nachhaltigkeitsperformance umfassend bewertet [14]. Hier werden ökonomische (z.B. LCC) und ökologische Faktoren (z.B. Ressourcenverbräuche), Humanfaktoren (z.B. Sicherheitskriterien) abgefragt, sowie technische Qualität (z.B. technische Leistungsfähigkeit) und Prozessqualität der Fertigung (z.B. Umweltmanagementsysteme) bewertet. Im Consumables-Bereich hilft momentan nur die eigenständige Suche nach und Bewertung von Alternativen, z.B. in Bezug auf Ressourceneffizienz oder Nicht-Toxizität sowie Lieferanten, die sich selber nachhaltig ausrichten. Die Klee GmbH [15] aus der Schweiz hat sich auf diese Alternativen spezialisiert und bietet entsprechende Produkte an. Dazu zählen Lagerung von DNA und RNA bei Raumtemperatur, nicht-toxische Alternativen zu Formaldehyd, Xylol, Toluol und Ethidiumbromid, Agarose, hergestellt ohne organische Lösungsmittel, ressourcenschonende Produkte für die Zellkultur und vieles mehr.

Zusammengefasst nutzt ein nachhaltiges Labor Ressourcen effizient und versucht, Verbräuche, Abfall und Emissionen kontinuierlich zu verringern. Naturverträgliche Technologien und Produkte werden verwendet und in der eigenen Forschung wird von Beginn an der Lebenszyklus mit bedacht.

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