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Forschungskapazitäten am Heinz-Maier-Leibnitz-Zentrum erweitert Stärkung der Neutronenforschung in Garching

Redakteur: Doris Popp

Jährlich kommen bis zu 1200 Gastwissenschaftler aus aller Welt, um an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) Messungen durchzuführen. Die Technische Universität München (TUM) und das Forschungszentrum Jülich erweitern nun die Forschungskapazitäten der Neutronenquelle durch zwei neue Gebäude.

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Das Gelände der Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) mit den neuen Gebäuden des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums (MLZ).
Das Gelände der Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) mit den neuen Gebäuden des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums (MLZ).
(Bild: Wenzel Schuermann / TUM)

Garching – Dank ihrer besonderen Eigenschaften liefern Neutronen wichtige Erkenntnisse für viele Wissenschaftsbereiche, von der Biologie über Chemie und Physik bis zu den Geo-, Ingenieur- oder Materialwissenschaften. Damit trägt die Neutronenforschung direkt zur Lösung grundlegender Fragestellungen unserer Gesellschaft bei. Der FRM II gehört zu den wenigen Hochflussneutronenquellen für Forschungszwecke und zur Radioisotopenproduktion in Europa.

Angeführt von der Technischen Universität München, dem Forschungszentrum Jülich und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben sich unter dem organisatorischen Dach des Heinz-Maier-Leibnitz-Zentrums (MLZ) Einrichtungen der Neutronenforschung zusammengeschlossen, um in Garching Forschungs- und Ausbildungsmöglichkeiten weiter auszubauen, sodass Deutschland auch zukünftig zu den weltweit führenden Nationen in der Neutronenforschung zählt.

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Derzeit arbeiten über 400 Menschen an MLZ und FRM II. Sie nutzen 27 wissenschaftliche Instrumente, sechs weitere sind im Bau. Da die Instrumente nur mit fachkundigen Operateuren betrieben werden können, wächst auch die Zahl der Mitarbeitenden kontinuierlich. Hinzu kommen jährlich bis zu 1200 Gastwissenschaftler, davon über 50 Prozent aus dem Ausland, die ebenfalls Experimentier- und Büroflächen benötigen.

Die beiden neuen Gebäude erfüllen nun den stark gestiegenen Raumbedarf. Der südliche Bau entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Das nördliche Gebäude entstand im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung für die TUM. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 38 Millionen Euro. Die Projektleitung lag beim Staatlichen Bauamt Rosenheim.

„Mit der Errichtung der beiden Neubauten am Heinz-Maier-Leibnitz-Zentrum in Garching haben wir im wahrsten Wortsinn Raum geschaffen für mehr Wissenschaft – Raum für mehr Grundlagenforschung und Raum für mehr anwendungsnahe Forschung in Bereichen wie Energie, Gesundheit und Umwelt. Neutronen mit ihren einzigartigen Fähigkeiten, die Struktur und Funktion von Materialien und Bauteilen zu untersuchen, können hierzu wesentliche Beiträge leisten. Dabei ist dem Bundesministerium für Bildung und Forschung der Transfer von Forschungsergebnissen aus der Grundlagenforschung in innovative Anwendungen für die Praxis ein besonderes Anliegen. Dies gelingt dem MLZ in überzeugender Weise“, sagt Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Aufgrund dieses Potentials steuert der Bund über 20 Millionen Euro für die Errichtung der Gebäude bei und wird auch künftig weitere Mittel im Millionenbereich im Wege der institutionellen Förderung zur Verfügung stellen.“

„Die Neutronen locken Wissenschaftler aus aller Welt hierher nach Garching, um die Herausforderungen der Zukunft zu lösen: Sie erforschen neue Antibiotikawirkstoffe, schaffen die Grundlagen für effizientere Datenspeicher von morgen und bringen mit Batterie- und Wasserstoffforschung die Energiewende voran,“ sagt Prof. Peter Müller-Buschbaum, Sprecher des MLZ-Direktoriums und Wissenschaftlicher Direktor des FRM II. „Die neuen Gebäude geben Raum für neue Ideen und Kooperationen, auch über die Grenzen der institutionellen Zugehörigkeiten hinweg.“

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