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Interview: Tumor-Tarnkappen lüften
Tarnstrategien von Krebszellen mittels künstlicher Zellsysteme besser verstehen

Das Gespräch führte Ilka Ottleben 4 min Lesedauer

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Krebszellen nutzen erfolgreich verschiedenste Tarnstrategien, um dem körpereigenen Immunsystem zu entkommen. Sie zu entschlüsseln, birgt enormes Potenzial für die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien. Ein neues Forschungsprojekt kombiniert dazu synthetische „Fake-Immunzellen“ mit so genannten 3D-Tumoroiden.

Dr Oskar Staufer, Emmy-Noether-Forschungsgruppenleiter, Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken(Bild:  Oliver Dietze / Leibniz INM)
Dr Oskar Staufer, Emmy-Noether-Forschungsgruppenleiter, Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken
(Bild: Oliver Dietze / Leibniz INM)

Unser Immunsystem erfüllt vielfältige Aufgaben im Körper, aber es kann auch überlistet werden, sodass Krebszellen nicht mehr erkannt werden. Herr Dr. Staufer, was ist über diese Anpassung bisher bekannt, und welche Prozesse liegen zugrunde?

Dr. Oskar Staufer: Die Beziehung zwischen unserem Immunsystem und Krebszellen ist sowohl komplex als auch dynamisch. Während der Tumorentwicklung verändert sich dieses Zusammenspiel: In den frühen Phasen unterscheidet es sich stark von dem in fortgeschrittenen Stadien. Krebszellen entwickeln dabei vielfältige Strategien, um der Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem zu entgehen.