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Spectaris-Laborforum 2014 Themen, die die Laborbranche bewegen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Welchen Einfluss hat das Labor auf die Fabrik der Zukunft? Mit dieser Frage beschäftigten sich die 140 Teilnehmer des diesjährigen Spectaris-Laborforums. Außerdem ging es in Frankfurt auch um Pharmatrends und die Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte.

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Prof. David Philips, emeritierter Professor für Physikalische Chemie am Imperial College London und Alt-Präsident der Royal Society of Chemistry, beschrieb in seinem mit Live-Experimenten gespickten Vortrag, wie Chemie einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand, Gesundheit und Nachhaltigkeit liefern kann.
Prof. David Philips, emeritierter Professor für Physikalische Chemie am Imperial College London und Alt-Präsident der Royal Society of Chemistry, beschrieb in seinem mit Live-Experimenten gespickten Vortrag, wie Chemie einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand, Gesundheit und Nachhaltigkeit liefern kann.
(Bild: Spectaris)

Berlin – Bereits zum fünften Mal bot der Branchenverband Spectaris mit dem Laborforum eine Plattform für Hersteller, Händler und Anwender von Analysen-, Bio- und Labortechnik. Rund 140 Teilnehmer informierten sich in Plenumsvorträgen und diskutierten in themenspezifischen Foren im Spenerhaus in Frankfurt.

Das Laborforum fokussierte in diesem Jahr die Themen Pharmaindustrie 2020, Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte sowie modulare Mikroreaktionssysteme. „Mit dieser Breite an Themen gibt das Laborforum eine einzigartige Perspektive aus den für die Branche wichtigen Bereichen wie deren Anwendermärkte, neue Technologietrends sowie Marketing und Vertrieb“, so Mathis Kuchejda, Vorsitzender des Fachverbandes Analysen-, Bio- und Labortechnik bei Spectaris.

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Den Auftakt des Tages machte Prof. David Philips (emeritierter Professor für Physikalische Chemie am Imperial College London und Alt-Präsident der Royal Society of Chemistry) mit einer ebenso lehrreichen wie lebendigen Darstellung, inwieweit der Wohlstand, die Gesundheit der Bevölkerung sowie die Nachhaltigkeit des modernen Lebens den Beitrag von Molekularwissenschaftlern erfordern. Mit Live-Experimenten zeigte er dabei u.a. neue, in der Krebstherapie einsetzbare, Entwicklungen der Fotochemie.

Welche Trends gibt es in der Pharmaindustrie?

Dr. Siegfried Throm (Verband forschender Arzneimittelhersteller e.V.) benannte die vier Megatrends der Pharmaindustrie: eine Fokussierung auf Biotechnologie, innovative Impfstoffentwicklung, personalisierte Medizin und Pharmaforschung für Alterserkrankungen. Diese Entwicklungen böten viele Anknüpfungspunkte für Kooperationen zwischen Pharma-/Biotech-Firmen und Herstellern von Analysen- und Labortechnik.

Wie die technologisch führenden Unternehmen der Analysen, Bio- und Labortechnik, die oftmals als „Hidden Champions“ agieren, im Rahmen steigenden Wettbewerbsdrucks, komplexer Themen, einer Informationsüberflutung der Fachzielgruppen und eines dynamischen Kommunikationsmarkts mit einer Vielzahl möglicher Kanäle auch Kommunikationsführer mit einer erfolgreichen Kommunikationsstrategie werden, erläuterte Thorsten Hauf (B2B-Agentur RTS Rieger Team).

Welchen Einfluss hat das Labor auf die Fabrik der Zukunft?

Unter der Überschrift „Modulare Mikroreaktionssysteme – Vom Labor zur Fabrik der Zukunft“ führte Dr. Frank Schael (Ehrfeld Mikrotechnik BTS) in diese Technologie ein, die bereits heute in der Forschung & Entwicklung chemischer und pharmazeutischer Prozesse, aber auch in der Produktion von kleinskaligen chemischen Erzeugnissen eine Rolle spielt. Hintergrund seien die mittlerweile gut bekannten Vorteile, wie schnelle Vermischung und effektive Wärmeübertragung für flexible, kontinuierlich geführte Prozesse, die in vielen dokumentierten Fällen zu verbesserten Herstellverfahren für chemische Produkte geführt hätten.

In den folgenden Fachforen diskutierte zunächst ein Podium bestehend aus je fünf Experten. Anschließend wurde die Diskussion auf das Auditorium ausgeweitet. In der Pharmaindustrie sind es die Zulassungsverfahren, sowohl auf der Wirkstoff-, aber auch auf der Geräteseite, die als limitierende Faktoren gesehen werden. Eine individuelle, authentische Ansprache sowie das richtige Maß aus Inhalt (innovative Produkte) und Ansprache („Storytelling“) wurde im Forum „Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte“ als Weg zum Erfolg gesehen. Besondere Bedeutung kommt hier der Zusammenarbeit zwischen Herstellern und dem Laborfachhandel zu. Der Mikroreaktionstechnik wurde weiterhin ein Erfolgszug vorausgesagt, bei der die Anwendung über die Pharmazie und Chemie hinaus in unter anderem der Energietechnik gesehen wird. Technologische Aufgabe der nächsten Jahre sind verbesserte Sensoren für die Analytik.

Laborbär 2014 für den Nachweis pathogener Keime

Wie auch in den Vorjahren zeichnete Spectaris eine engagierte Nachwuchsforscherin mit dem 1.000 Euro dotierten Laborbären aus. Mit beeindruckendem Fachwissen und großem Selbstbewusstsein präsentierte die Preisträgerin von „Jugend forscht!“, Nora Liebmann, ihr Projekt „Fang den Keim!“. Zum Nachweis pathogener Keime hat sie eine neue molekularbiologische Methode auf Basis von Peptiden entwickelt, die schneller und preiswerter als herkömmliche Methoden arbeitet und für den Einsatz in der Praxis zurzeit getestet und verbessert wird.

Das nächste Laborforum findet im Herbst 2015 statt.

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