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Reinstwasser

Unerlässlich für das Labor: Reinstwassersysteme

| Autor/ Redakteur: Ilka Ottleben* / Marc Platthaus

Ob in der chemischen Analytik, der Halbleiter- und Pharmaindustrie oder in der bioanalytischen und medizinischen Forschung – Reinstwasser ist als Reinigungs- und Lösungsmittel allgegenwärtig. LaborPraxis hat sich im Markt für Reinstwassersysteme umgesehen und präsentiert Geräte und Trends.

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Abb. 1: In der chemischen Analytik, der Pharmaindustrie oder in der molekularbiologischen und medizinischen Forschung ist Reinstwasser eines der wichtigsten Lösungsmittel.
Abb. 1: In der chemischen Analytik, der Pharmaindustrie oder in der molekularbiologischen und medizinischen Forschung ist Reinstwasser eines der wichtigsten Lösungsmittel.
( Bild: Siemens AG )

Reinstwasser gehört zu den wichtigsten Reinigungs- und Lösungsmitteln für zahlreiche analytische und industrielle Anwendungen. Ob zur Herstellung von Medikamenten in der Pharmaindustrie, von Chips und Schaltungen in der Halbleiterindustrie, zur Produktion von Solarzellen oder zum Ansetzen von Nährmedien, Puffern und Reagenzien in der Forschung – die Anforderungen an Reinstwasser sind enorm und nur eine gleichbleibend hohe Reinstwasser-Qualität sichert reproduzierbare Ergebnisse bzw. eine reproduzierbar hohe Produktqualität.

Um Prozesse innerhalb unterschiedlicher Forschungs- und Industriebereiche zu erleichtern, haben Institutionen wie die ASTM (American Society for Testing and Materials), CAP (College of American Pathologists), ISO (International Organisation for Standardisation) oder auf nationaler Ebene z.B. der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) Wasserqualitäts-Normen und Richtlinien entwickelt. Je nach Wasseraufbereitungsstufe lassen sich vier Wasserklassifikationen unterscheiden: Die einfachste Aufbereitungsstufe ist das E-Wasser auch Permeat genannt, gefolgt vom „Reinwasser“ (auch VE-, ASTM Typ III, CAP-Typ-3-Wasser) und in der nächsten Aufbereitungsstufe vom „Bidest- oder Analysenwasser“ (auch HPW, Highly Purified Water, ASTM Typ II, CAP-Typ-2-Wasser).

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Die höchste Reinheitsstufe erreicht schließlich das Reinstwasser (auch ASTM Typ I, CAP-Typ-1-Wasser). In der chemisch analytischen, biomedizinischen oder bioanalytischen Forschung wird es unter anderem für die Anwendung als Blindprobe und zur Probenverdünnung z.B. in der GC, HPLC, AAS oder ICP-MS, für die Herstellung von mobilen Phasen in der HPLC, zum Ansetzen von Nährmedien und Puffern für Zellkulturen oder als Lösungs- und Reinigungsmittel für viele molekularbiologische Techniken empfohlen. Zu den wesentlichen Qualitätskriterien gehören die Leitfähigkeit bzw. der spezifische Widerstand des Wassers, die Menge organisch gebundenen Kohlenstoffs (TOC, Total Organic Carbon), der Partikelgehalt und die Keimzahl. Reinstwasser erreicht bei 25°C Leitfähigkeiten von maximal 0,1 µS/cm und einen Widerstand von 18,2 MOhm x cm sowie TOC-Gehalte unterhalb von 10 µg/ml und Keimzahlen unter 5 KBE/ml (KBE, koloniebildende Einheit, auch CFU, Colony Forming Unit). In Reinstwassersystemen mit Echtzeit-TOC-Messung wird die organische Reinheit ständig kontrolliert. Für viele bio-analytische Anwendungen muss das Wasser zudem absolut Nuklease-, DNA- und endotoxin- bzw. pyrogenfrei sein.

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Über den Autor

Marc Platthaus

Marc Platthaus

Chefredakteur, LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik