English China

Wenn wünschen nicht ausreicht

Ungewollte Kinderlosigkeit: Biopharmazeutika und Labortechnik für Fertilitätsbehandlungen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Im Jahr 2007 übernahm Merck das Biotechnologie-Unternehmen Serono. Die Geschäfte von ehemals Serono finden sich heute im Bereich Biopharma innerhalb des Business Sektors Healthcare wieder. Ein Schwerpunkt wird dabei im Rahmen einer strategischen Entscheidung auf Fertilität gelegt. Heute bietet das Unternehmen ein umfassendes und klinisch bewährtes Portfolio von Fertilitätsprodukten für die verschiedenen Phasen des Reproduktions-Behandlungszyklus. Dazu zählen rekombinante Versionen der drei zur Behandlung von Unfruchtbarkeit verwendeten Hormone: FSH, LH und hCG. Merck bietet ebenfalls Produkte an, die in Verbindung mit den rekombinanten Gonadotropinen während und nach einem Fruchtbarkeitsbehandlungszyklus eingesetzt werden können.

Arzneimittel & Technologien für Fertilität und assistierte Reproduktion

Da neben Arzneimitteln auch die Prozesse im IVF-Labor eine wichtige Rolle für den Behandlungserfolg spielen, entschied Merck im Rahmen seiner Unternehmensstrategie, sein etabliertes Arzneimittelportfolio um den Bereich der Fertilitätstechnologien zu ergänzen. Ein erster Schritt erfolgte 2012, mit einer strategischen Partnerschaft mit Auxogyn (heute Progyny). Diese schließt die Entwicklung des Eeva-Tests (Early Embryo Viability Assessment) zur frühzeitigen Bewertung der Lebensfähigkeit von Embryos und damit zur Verbesserung von IVF-Ergebnissen ein [4].

Bildergalerie

Im Jahr 2015 unterzeichnete Merck eine weltweite Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit Genea Biomedx und erweiterte dadurch das Produktportfolio des Unternehmens im Bereich Fertilitätstechnologien mit dem Ziel, die Ergebnisse von Fruchtbarkeitsbehandlungen weiter zu verbessern. Im Rahmen der Partnerschaft verfügt Merck über globale Marketing- und Vertriebsrechte an Geneas Technologieportfolio, das die Produktlinien Gavi, Geri, Gidget und Gems sowie eine gemeinsame Entwicklungspipeline umfasst [5].

Gavi ist nach Unternehmensangaben das weltweit erste automatische Vitrifizierungs-Instrument, das auf Laborprozesse abstellt, um diese zu standardisieren und den Wirkungsgrad bei Oozyten- und Embryo-Kryokonservierungsprozessen zu erhöhen. Geri ist ein mit Zeitrafferkamera ausgestatteter Laborinkubator, der es erlaubt, Bilder von Embryos während ihrer Entwicklung aufzunehmen. Er verfügt über sechs individuell gesteuerte Inkubationskammern, die für individuelle Patienten verwendet werden können, sowie einen speziell konzipierten Befeuchter, der eine Umgebung ähnlich der in der Gebärmutter schafft. Gems ist die jüngste Generation der Genea-Kulturmedien für die hochwertige Kultivierung von Embryos. Außerdem zählt Gidget, ein tragbares Gerät zur Probenidentifizierung und -zuordnung während des Prozesses der assistierten Reproduktionsbehandlung (ART) zum Portfolio.

Ebenfalls im Jahr 2015 gründete Merck zusammen mit Genea und Illumina die Global Fertility Alliance. Die Unternehmen betonen damit ihre Absicht, durch Standardisierung von Technologien und Protokollen in ART-Laboren zur Verbesserung von Fertilitätsergebnissen beizutragen.

Die moderne Reproduktionsmedizin nimmt heute bereits vielen Betroffenen etwas von ihrer Ohnmacht und gibt ihnen berechtigten Anlass zur Hoffnung. Und dennoch: Nur 20 bis 30% aller Kinderwunsch-Behandlungen sind pro Zyklus derzeit erfolgreich. Verbesserte Technologien und Prozesse, wie sie auch Merck anstrebt, werden die Erfolgsraten künftig sicher weiter optimieren. Dennoch gehört zu allem letztlich auch ein bisschen Glück.

Quellen:

[1] Lunenfeld, B. Historical perspectives in gonadotrophin therapy. Hum. Reprod. Update 2004 10 (6): 453-467

[2] Cohen, J. et al. The early days of IVF outside the UK. Hum. Reprod.Update 2005 11 (5): 439-460

[3] Howles, C.M. Genetic engineering of human FSH (Gonal-F). Hum. Reprod. Update 1996 2 (2): 172-191

[4] Merck Serono, 2012. Merck Serono and Auxogyn Announce Collaboration on Eeva Test [press release] 18 October 2012. Available at: http://news.merck.de/N/0E1F441D24A968A98C1257E 9E0052307E/$File/2012-10-18_PressReleaseMS_Auxogyn_ CollaborationEeva.pdfLast access: June 2017

[5] Merck Serono, 2015. Merck Serono as Pioneer in Assisted Reproductive Treatments Takes Leading Role in Fertility Technologies Signing a Global Collaboration Agreement with Genea Biomedx. [press release] 28 May 2015. Available at: http://news.merck.de/N/0/605A3ADCD7E1A3F9C1257E52006D7F0B/$File/GeneaEng.pdf Last access: June 2017

* Dr. I. Ottleben, Redaktion LABORPRAXIS

(ID:45105591)

Über den Autor

Dr. Ilka Ottleben

Dr. Ilka Ottleben

LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik