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Wenn wünschen nicht ausreicht

Ungewollte Kinderlosigkeit: Biopharmazeutika und Labortechnik für Fertilitätsbehandlungen

| Autor / Redakteur: Dr. Ilka Ottleben* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Merck bietet ein umfassendes und klinisch bewährtes Portfolio von Fertilitätsprodukten für die verschiedenen Phasen des Reproduktions-Behandlungszyklus.
Abb. 1: Merck bietet ein umfassendes und klinisch bewährtes Portfolio von Fertilitätsprodukten für die verschiedenen Phasen des Reproduktions-Behandlungszyklus. (Bild: Merck)

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt: Etwa jedes zehnte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Vielen kann die Reproduktionsmedizin heute bereits helfen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Auch für Merck ist der Bereich Fertilität wichtiger Unternehmenszweig.

Etwa jede fünfte Frau in Deutschland ist kinderlos. Ob gewollt oder ungewollt, darüber lässt sich anhand dieser Zahl keine Aussage treffen. Die Annahme, dass in Deutschland etwa jedes zehnte Paar unfreiwillig ohne eigene Kinder lebt, basiert auch auf Schätzungen – von „Unfruchtbarkeit“ Betroffene leiden oft im Verborgenen. Zu fundamental der Verlust einer Lebensperspektive, zu groß Ohnmacht und Trauer, zu groß mitunter auch das Unverständnis derer, die nicht betroffen sind, wenn die scheinbar „natürlichste Sache der Welt“ über Jahre hinweg eben nicht Einzug ins Leben hält.

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt

Für die medizinischen Diagnosen „Sterilität“ und „Infertilität“ gibt es etliche Ursachen, bei der Frau ebenso wie beim Mann. Es gibt hormonelle, organische oder genetische Gründe dafür, warum Schwangerschaften nicht eintreten oder nicht „fortbestehen“. Sie zu verstehen und nach Möglichkeit zu behandeln, ist spätestens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert Gegenstand der Forschung. In den 1930er Jahren wurden schließlich die menschlichen Sexualhormone entdeckt, in den 1940er Jahren erfolgten erste Versuche, eingeschränkte Fruchtbarkeit hormonell zu behandeln.

Kinderwunschbehandlung als letzte Hoffnung

Spätestens mit der Geburt des ersten außerhalb des Körpers der Mutter gezeugten „Retortenbabys“ 1978 in Großbritannien wurde die Reproduktionsmedizin zur eigenständigen medizinischen Fachrichtung. Heute sind die IVF (In-vitro-Fertilisation), bei der Eizellen mit aufbereitetem Sperma in einem „Reagenzglas“ zusammengebracht werden und dort in vitro eine spontane Befruchtung stattfindet oder aber die ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion), bei der ein einzelnes Spermium unter mikroskopischer Sicht mittels eines Mikromanipulators in die vorbereitete Eizelle injiziert wird, für viele Paare die einzige Hoffnung auf ein leibliches Kind. Laut Deutschem IVF-Register wurden im Jahr 2015 64 831 IVF- oder ICSI-Behandlungen durchgeführt. Rund 20 000 Kinder wurden hierzulande im selben Jahr nach einer solchen künstlichen Befruchtung geboren. Heute lassen sich künstliche Befruchtungen nicht nur durchführen, sondern auch (überzählige) befruchtete Eizellen in unterschiedlichen Stadien ihrer Entwicklung kryokonservieren (s. Abb. 2). Längst ist aus einem Forschungszweig nicht zuletzt auch ein Wirtschaftszweig geworden.

Ein Unternehmen, das diese Entwicklungen von Beginn an mit begleitet hat, ist Serono, heute Bestandteil des Biopharma-Healthcare Geschäftes von Merck. Auf einem Presseevent Ende vergangenen Jahres in Hamburg stellte Merck wesentliche Meilensteine sowie aktuelle Entwicklungen seines Fertilitäts-Portfolios vor.

Frühe Meilensteine der Fertilitätsbehandlung

Bereits im Jahr 1906 gründete Professor Cesare Serono, seinerzeit führend auf dem Gebiet der Fruchtbarkeitsforschung, das Instituto Farmacologico Serono (IFS) in Rom. Ab den 1950er Jahren brachte Serono fortlaufend humane Hormon-Präparate auf den Markt, die erfolgreich in Fertilitätsbehandlungen eingesetzt wurden und werden. Darunter auch Pergonal, Seronos erstes humanes Menopausengonadotropin (hMG) -Hormon [1]. Das erste US-amerikanische „Retortenbaby“ Elizabeth Jordan Carr, kam am 28. Dezember 1981 in Norfolk (USA) zur Welt. Ihre Mutter war durch eine IVF unter Stimulation mit Pergonal schwanger geworden [2].

Problem bei der Herstellung menschlicher Hormone zu therapeutischen Zwecken war von Beginn an, deren Produktion in ausreichender Menge und Reinheit. Bereits 1988 exprimierten Seronos Forscher erfolgreich das humane follikelstimulierende Hormon (FSH) in einer Ovarienzelllinie des Chinesischen Hamsters (CHO) [3]. Dies wurde die technologische Basis für das Portfolio von rekombinanten Gonadotropin-Produkten. 1995 wurde Serono mit Gonal-f erster Hersteller von rekombinantem FSH von höchster Reinheit und Konsistenz.

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