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Stereomikroskopie

Unter Kontrolle – Stereomikroskope in der EU-Pflanzenbeschau

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Blick durchs Mikroskop bringt Gewissheit

Im Labor begutachten Roswitha Reinhardt, Landwirtschaftlich-Technische Assistentin (LTA) beim Pflanzenschutzdienst, und ihre Kolleginnen die Proben unter dem Mikroskop. Seit vielen Jahren vertrauen die Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen der Qualität von Leica Microsystems. Für ihre Arbeit am Flughafen stehen ihnen die Leica-Stereomikroskope zur Verfügung, erweitert um eine digitale Farbkamera von Leica Microsystems, die eine wichtige Rolle in der Beweissicherung und der Dokumentation des Befundes spielt. Auch die gut miteinander vernetzten Dienststellen des Pflanzenschutzdienstes nutzen die mit der Kamera aufgenommenen Bilder zur interaktiven Diskussion und Information. Erst in der Vergrößerung können etwa Fruchtfliegenlarven im Mangofleisch oder Schildläuse außen an der Frucht nachweislich sichtbar gemacht werden. In frischen Kräutern, wie dem in der asiatischen Küche beliebten Koriander, halten sich gerne die winzig kleinen Larven der Minierfliege (Agromyzidae) auf.

Bei manchen Schädlingen kennt Roswitha Reinhardt kein Pardon: Wird etwa der Thrips palmi nachgewiesen, der zum Beispiel in Auberginen gefunden werden kann, muss sie veranlassen, dass die gesamte Sendung zurückgewiesen und vernichtet wird: „Thrips palmi ist ein Quarantäneschadorganismus, dessen Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verboten ist“, erklärt Reinhardt. Von Thrips palmi können viele verschiedene Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse, Nachtschattengewächse, Schmetterlingsblütler, Korbblütler und auch Orchideen befallen sein. Die Länder der Europäischen Union gelten als befallsfrei, in Asien und Mittelamerika aber ist das nur einen Millimeter lange Insekt teilweise verbreitet. Einzelne Thripse sind kaum schädlich, bei massivem Befall könnte es zu Problemen kommen, insbesondere, da diese Schädlingsart gegenüber Pflanzenschutzmitteln Resistenzen entwickeln kann. Ist Thrips palmi erst einmal eingeschleppt, besteht die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung in hiesigen Gewächshäusern.

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Im Sommer Weihnachtssterne, im Winter Geranien

Mehrere Ernten im Jahr in den Herkunftsländern garantieren, dass exotisches Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit auf unserem Markt angeboten werden kann. Fast alle Garten- und Balkonpflanzen sind dagegen saisonabhängig. Bereits im Mai werden beispielsweise die Stecklinge des in der Adventszeit besonders beliebten Weihnachtssterns – Euphorbia pulcherrima – aus den Anbauregionen in Süd- und Mittelamerika, Asien sowie Afrika nach Europa eingeflogen und von den Frankfurter Pflanzenschützern überprüft: „Schädlinge aus diesen Regionen haben bei uns oft keine natürlichen Feinde und können sich, einmal hier etabliert, ungehindert ausbreiten“, erklärt Wolfgang Willig vom Pflanzenschutzdezernat des Regierungspräsidiums Gießen. Doch wie alle kontrollpflichtigen Pflanzen müssen auch die Weihnachtssterne die amtliche Pflanzenbeschau passieren – bevor die Weiterreise in die Anzuchtbetriebe genehmigt werden kann.

* C. Moch: Leica Microsytems GmbH, 35578 Wetzlar

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