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Darmbakterien Enterokokken Schnellerer Nachweis multiresistenter Keime sorgt für wirksamere Therapien

Quelle: Pressemitteilung Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie 2 min Lesedauer

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Multiresistente Keime sind eine große Gefahr für Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden. Am thüringischen Forschungszentrums für Medizintechnik und Biotechnologie hat man nun eine Nachweismethode entwickelt, die eine schnelle Diagnose multiresistenter Keime ermöglicht. Begonnen wurde mit dem Darmbakterium Enterococcus. Die Technik ist aber auf weitere Bakterien erweiterbar.

FZMB-Mitarbeiter Alexander Mücke und Katrin Frankenfeld kontrollieren die Produktion von Tests zum Nachweis des Erregers.(Bild:  FZMB)
FZMB-Mitarbeiter Alexander Mücke und Katrin Frankenfeld kontrollieren die Produktion von Tests zum Nachweis des Erregers.
(Bild: FZMB)

Nur ein kleiner Teil von Krankenhausinfektionen ist lebensbedrohlich, doch es sterben in Deutschland bis zu 40.000 Menschen jährlich an Bakterien, mit denen sie sich bei Krankenhausaufenthalten infiziert haben. Besonders gefährlich: gegen klassische Therapeutika immune Keime, so genannte multiresistente Keime. Wissenschaftlern eines Mitgliedsinstituts der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft „Konrad Zuse“ ist jetzt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu ihrer Bekämpfung gelungen: Experten des Forschungszentrums für Medizintechnik und Biotechnologie im thüringischen Bad Langensalza entwickelten eine Nachweismethode für häufige, gegen das gängige Antibiotikum Vancomycin resistente Enterokokken. Sie können in Blutkreislauf, Herz oder Harnwegen zu schweren Entzündungen und zum Tod führen. Ihr Nachweis war bislang sehr aufwändig.

Abhilfe schafft ein Test mit einem nur 5 mal 5 Millimeter großen Mikroarray, auf dessen Oberfläche bis zu 1.000 verschiedene Biomarker nachgewiesen werden können. Wird dort eine Probe Patientenmaterial aufgebracht, signalisiert binnen weniger Stunden eine typische Farbreaktion die Präsenz des gefährlichen Keims. Eine gezielte Therapie mit einem wirksamen Antibiotikum kann beginnen.

Technik auch für weitere Bakterien geeignet

Die neuartige Technologie ist auf weitere Bakterienstämme mit ihrem spezifischen molekularen „Fingerabdruck“ übertragbar. In die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Entwicklung war neben Wissenschafts- und Industriepartnern auch das Universitätsklinikum Regensburg einbezogen. Es möchte das schnelle, einfache und kostengünstige Verfahren schon ab Jahresende im Laboralltag nutzen. Die Abteilungsleiterin Biotechnologie am Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie, Dipl.-Ing. Katrin Frankenfeld, geht von einer schnell wachsenden internationalen Nachfrage aus.

Das Institut, 2015 Mitbegründer der Zuse-Gemeinschaft mit ihren heute über 80 meist gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtungen zahlreicher Branchen, sieht sich als Technologieführer bei Multiparameter-Tests etwa für die Diagnostik von Krebs, Allergien und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder Autoimmunerkrankungen.

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