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Laborgerätehersteller nutzt Virtual-Reality-Anwendungen

Virtual Reality im Labor: Blick in neue Realitäten

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LABORPRAXIS: Und wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

René Stiegelmann: Als wir mit den ersten Überlegungen zum Einsatz von Virtual Reality bei IKA begannen, waren wir von der Wichtigkeit dieses Themas für unser eigenes Unternehmen so überzeugt, dass es erst einmal kein Geschäftsmodell gab. Je länger wir uns dann mit dem Thema beschäftigt haben und sich das Team vergrößerte – mittlerweile arbeiten bei Realworld One rund 50 Kollegen – ist der Gedanke gereift, dies auch anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

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Pascal Stiegelmann: Unternehmen können für eine Monatsgebühr von 2900 Euro unsere VR-Technologie nutzen, und dies lizenzunabhängig. Der Preis bleibt also gleich, egal ob sie zwei Anwender oder 200 in ihrem virtuellen Raum haben. Voraussetzung ist aber natürlich die VR-Hardware wie ein Rechner mit leistungsfähiger Grafikkarte sowie die VR-Brille mit den Steuerelementen.

LABORPRAXIS: Sind in dem Preis auch schon Entwicklerstunden für die jeweilige Umgebung enthalten?

Pascal Stiegelmann: Ja, 700 Stunden. Damit können Sie schon diverse Cans programmieren, die dann für Anwender den jeweiligen Mehrwert bedeuten.

René Stiegelmann: Lassen Sie mich das bitte nochmals betonen, es geht uns bei Realworld One nicht um Gewinnmaximierung. Wir werden den Großteil des eingenommenen Kapitals vor allem in gute Mitarbeiter und hier sicherlich vor allem in VR-Programmierer re-investieren.

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Zur Person René Stiegelmann

René Stiegelmann ist seit 1980 Inhaber der IKA-Werke. In dieser Funktion hat er maßgeblich die Internationalisierung des Unternehmens vorangetrieben. Mittlerweile betreibt das Unternehmen eigene Niederlassungen in den USA, China, Malaysia, Japan, Indien, Brasilien, Korea, England und Polen. Über Händler ist IKA in über 150 Ländern präsent.

LABORPRAXIS: Untersuchungen zufolge bleibt in der „normalen“ Mitarbeiter-Aus- und Weiterbildung bzw. Training meist nur 20% des Erlernten hängen, bei VR-Anwendungen sollen es bis zu 80% sein. Woran liegt das?

Pascal Stiegelmann: Das ist nicht weiter verwunderlich, ist doch eine der VR-Vorteile, dass man Dinge „anfassen“ und ausprobieren kann, ohne die Gefahr haben zu müssen, sie zu beschädigen. Die Wiederholbarkeit im Lernprozess zahlt sich doppelt und dreifach aus.

LABORPRAXIS: Welchen konkreten nächsten Schritte planen Sie, um das Angebot im Markt zu platzieren?

Pascal Stiegelmann: Nachdem wir unsere VR-Lösungen bisher vor allem intern und ausgewählten Kunden vorgestellt haben, wird die Achema in Frankfurt der große Startschuss für Realworld One sein, bei dem wir das System erstmals einer großen Fach-Öffentlichkeit präsentieren werden.

LABORPRAXIS: Können die Messebesucher ihre Angebote dort selbst testen?

Pascal Stiegelmann: Ja, ein Großteil des 550 qm großen IKA-Standes (Halle 4.2, Stand K7) wird mit den VR-Angeboten von Realworld One bestückt sein. Dort werden Avatare in 15-minütigen Vorträgen die Besucher durch unsere IKA-World führen, inklusive Produktvorführungen und Kurz-Vorträgen. Wir laden alle Achema-Besucher zu einem virtuellen Rundgang ein.

René Stiegelmann: Ein Highlight auf der Achema wird sicher auch unsere Keynote „Virtual Reality und Augmented Reality – entwickelt für die Wissenschaft und die Industrie“ am 12. Juni um 10:30 Uhr in Halle 4.2 im Raum Dimension sein, zu der wir alle LP-Leser schon herzlich einladen.

Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch.

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