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Laborgerätehersteller nutzt Virtual-Reality-Anwendungen

Virtual Reality im Labor: Blick in neue Realitäten

| Redakteur: Marc Platthaus

Produkte wie das Electrasyn 2.0 von IKA können in der VR-Umgebung von Realworld One konfiguriert werden.
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Produkte wie das Electrasyn 2.0 von IKA können in der VR-Umgebung von Realworld One konfiguriert werden. (Bild: Untch/Vogel Communications Group)

 Anwender-Communitiy, Konfigurator oder Schulungsplattform, die Virtual-Reality-Ausgründung Realworld One soll dem Laborgerätehersteller IKA in vielerlei Hinsicht helfen. Das Beste: Die Technik soll auch anderen Ausrüstern zur Verfügung gestellt werden, wie Realword-One-CEO Pascal Stiegelmann und IKA-Inhaber René Stiegelmann im LP-Interview verraten.

LABORPRAXIS: Herr Stiegelmann, IKA ist in seiner mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte ganz eng mit der Herstellung von Laborgeräten und Prozesstechnik-Lösungen verbunden. Jetzt wagen Sie mit dem Spin-off Realworld One die Transformation in die digitale Welt. Wie passt das zusammen?

René Stiegelmann: Das passt ganz hervorragend zusammen, Innovationen und Neuerungen sind immer wichtiger Bestandteil unserer Unternehmens-DNA und unseres Erfolges gewesen. Und die Virtual Reality ist mit ihren Möglichkeiten so innovativ, dass wir uns vor einigen Jahren dazu entschlossen haben, in diese Technologie zu investieren und unser Spin-off Realworld One ist nun das Ergebnis dieses Prozesses.

LABORPRAXIS: Was genau ist Realworld One und wie sieht Ihr Angebot konkret aus?

Pascal Stiegelmann: Realworld One ist derzeit eine VR-Plattform, die bei IKA für verschiedene Szenarien eingesetzt wird. Dies sind beispielsweise Mitarbeiterschulungen oder auch die Möglichkeit, ausgewählten Wissenschaftlern unsere neuesten Technologien vorzustellen. Sie ist aber auch denkbar für Anwendungen abseits des eigentlichen Vertriebs und Services z.B. ein virtuelles Sales-Team-Meeting, in dem dann die nächsten Dreimonats-Zahlen besprochen werden. In Zukunft wollen wir diese Plattform aber auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen.

Pascal Stiegelmann, CEO Realworld One: „Die derzeitige Technik, sowohl bei Hardware wie Software, ist für Unternehmen definitiv ausreichend um einen Mehrwert aus unseren VR-Angeboten zu ziehen.“
Pascal Stiegelmann, CEO Realworld One: „Die derzeitige Technik, sowohl bei Hardware wie Software, ist für Unternehmen definitiv ausreichend um einen Mehrwert aus unseren VR-Angeboten zu ziehen.“ (Bild: LABORPRAXIS/Untch)

LABORPRAXIS: Welche Faktoren sind für den Erfolg solcher VR-Angebote wichtig?

Pascal Stiegelmann: Um ein erfolgreiches VR-Angebot in einem Industrieunternehmen wie IKA erfolgreich zu machen, ist erstens eine Kollaborationsplattform notwendig. Eine Grundanwendung also, die es mehreren Teilnehmern ermöglicht, sich durch virtuelle Räume zu bewegen und dort miteinander zu interagieren. Dies ist prinzipiell erst einmal nichts anderes als ein Paket verschiedener Software-Module.

Zweitens gilt es, die eigenen Inhalte in diese Collaborations-Plattform einzubauen. Der Erfolg steht und fällt mit dem Mehrwert, den die Nutzer durch den Einsatz der VR-Umgebung haben. Die ersten „Wow“-Erlebnisse sind schnell verpufft, wenn der Nutzen der Virtual Reality nicht messbar ist. Und zum Schluss soll eine VR-Plattform wie Realworld One eine Wissens-Community aufbauen, die Gleichgesinnte zu den unterschiedlichsten Themen in der virtuellen Realität zusammenbringt.

René Stiegelmann: Ich will den letzten Aspekt noch einmal konkretisieren: Für unser neues System zur elektrochemischen Synthese Electrasyn 2.0 werden wir schnellstmöglich eine Anwender-Community aufbauen, die dann in Realworld One die Möglichkeit hat, sich über Fragestellungen der präparativen organischen Synthese im virtuellen Raum auszutauschen und weiterzubilden – egal an welchem Ort der Erde sie sich gerade befinden.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person Pascal Stiegelmann

LABORPRAXIS: Ein wichtiger Aspekt ist die technische Entwicklung: Ist die VR-Hardware bereits ausgereift oder müssen aus Ihrer Sicht hier noch weitere Entwicklungsschritte vorangetrieben werden?

Pascal Stiegelmann: Sowohl bei Hardware wie auch Software sind die derzeit erhältlichen Angebote definitiv ausreichend und von den Kosten her auch überschaubar. Doch wie überall, wo es um Computertechnologie geht, ist kein technologischer Endpunkt in Sicht. In den kommenden Monaten wird es sicher bei grafischer Leistung aber auch bei den Steuerungs-Möglichkeiten weitere Fortschritte geben. Aber nochmal: die derzeitige Technik ist für Unternehmen definitiv ausreichend um einen Mehrwert aus unseren VR-Angeboten zu ziehen.

LABORPRAXIS: Welche Zielgruppen adressieren Sie mit der Plattform?

René Stiegelmann: In der Einführungsphase sind das momentan IKA-Mitarbeiter rund um die Welt, die uns mit ihrem Input dabei helfen, die Angebote von Realworld One weiter zu optimieren. Doch am Ende sind es die Anwender unserer Produkte – egal ob bei Laborgeräten oder im Maschinenbau. Aber auch andere Ausrüster, die sich uns anschließen und deren Endanwender.

LABORPRAXIS: Sprechen Sie mit VR in erster Linie die „Playstation-Generation“ unter den Mitarbeitern an bzw. befürchten Sie keine Berührungsängste bei den „alten Hasen“?

Pascal Stiegelmann: Das Erlebnis sich zum ersten Mal durch einen virtuellen Raum zu bewegen ist für jeden sicherlich gleich beeindruckend – egal ob er 20 oder 50 Jahre alt ist. Am Ende entscheidet wieder der Mehrwert, den der Anwender sich davon verspricht und die Bedienfreundlichkeit der Lösung. Unsere Tests in den vergangenen Monaten haben hier keinen Unterschied bei der Akzeptanz im Bezug auf das Alter des Anwenders gezeigt.

LABORPRAXIS: Zurück zum Mehrwert: Wissensvermittlung ist einer der Aspekte von Realworld One. Wie halten Sie Ihr Angebot aktuell?

Pascal Stiegelmann: Hier kommt unsere „Can“-Technologie zum Tragen. In fertig gestalteten virtuellen Räumen können einzelne „Wissens-Dosen“ programmiert werden. Das kann der Video-Vortrag eines Top-Wissenschaftlers sein, eine verfahrenstechnische Apparatur, eine Preisliste mit Zubehörteilen oder auch eine Reparaturanleitung für ein Gerät. Diese „Cans“ können ohne großen Aufwand aktualisiert werden. Wir „dosen“ also quasi unser Wissen ein.

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