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Blutgerinnung im Fokus der Labordiagnostik

„Vom Probeneingang bis zum Ergebnis darf es maximal 30 Minuten dauern“

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„First Customer Monitoring“ bringt Lob und konstruktive Kritik

Im Rahmen eines so genannten „First Customer Monitorings“ (FCM) haben verschiedene Labore diese Systeme in den letzten Monaten im Praxiseinsatz auf Herz und Nieren geprüft. So auch das Labor von Prof. Dr. Carl-Erik Dempfle, Ärztlicher Leiter des Gerinnungszentrums Mannheim. Anlässlich des Roche Symposiums auf dem 3. Deutschen Kongress der Laboratoriumsmedizin (DKLM) am 27. September 2018 in Mannheim berichtete der Internist und Hämostaseologe der von 1992 bis zur Eröffnung der Praxis 2011 den Bereich Klinische und Experimentelle Hämostaseologie an der Universitätsmedizin Mannheim leitete, detailliert von den Erfahrungen, die er und sein Team beim Einsatz des Cobas t 711 Analyzers sammeln konnten.

„Wir haben den Cobas t 711 im Januar 2018 erhalten. Das Gerät war bereits zu diesem Zeitpunkt belastbar und schnell. Innerhalb der sechsmonatigen Teststellung hatten wir einen reibungslosen Ablauf im Labor und das bei einem Proben-Durchsatz von bis zu 390 Tests (PT/aPTT) pro Stunde. Die enorm hohe Kapazität an On-board-Stellplätzen für Reagenzien ermöglicht ein optimiertes Reagenzmanagement. In Abhängigkeit vom Parameter- und Anforderungsprofil lassen sich bis zu 14 Tage im Routinebetrieb ohne Kassettentausch realisieren. Der Reagenzstatus ist jederzeit abrufbar. Damit können wir langfristig planen und sind vor kurzfristigen Reagenz-Engpässen im System sicher. Die weitere Reagenzbestückung wird in ruhigeren Laborzeiten durchgeführt.“ Eine weitere Funktion, die Prof. Dempfle hervorhebt ist das Online-Bedienhandbuch: „Die Suchfunktion der Software funktioniert wie bei Google: Man findet die gewünschte Information sehr schnell und bekommt eine ausführliche Wartungsanleitung an die Hand.“ Zahlreiche Vergleichsmessungen, die das Labor mit dem bis dato verwendeten Routine-Gerät durchgeführt hat, ergaben sehr gute Übereinstimmungen der Messwerte.

Doch der Mannheimer Gerinnungsspezialist nutzte seinen Vortrag auch, um konstruktive Kritik zu äußeren. Insbesondere einige Parameter, die für die speziellere bzw. eindeutige Diagnostik des Gerinnungsgeschehens notwendig seien, fehlten zum Zeitpunkt des Testbetriebs noch auf den automatisierten Systemen. Darunter solche, mit denen sich die medikamentöse Behandlung von Patienten mit Blutgerinnungshemmern auch neuerer Generationen nachverfolgen ließe. Gerade hier komme es in Notfallsituationen wie Schlaganfällen oder schweren Verletzungen auf Genauigkeit und Schnelligkeit an, so der Mediziner. „Vom Probeneingang bis zum Ergebnis darf das maximal eine halbe Stunde dauern, um schnell die richtige medizinische Entscheidung treffen zu können.“ Für Roche sind diese Anregungen aus dem First Customer Monitoring sehr wertvoll für die Weiterentwicklung seiner Produkte. So ist geplant, bereits bis Ende diesen Jahres bezüglich der bestimmbaren Parameter „nachzulegen“. Zudem ist vorgesehen das Gerät ebenfalls bis Ende des Jahres zu öffnen, sodass Parameter, die dann noch im Portfolio fehlen, auch von anderen Herstellern bezogen werden können.

Echte Premiere: Roche stellt neues System für Immundiagnostik und Klinische Chemie vor

Im Juli 2019 kommt mit Cobas pro integrated solutions zudem das erste System einer neuen Ära der Analysesysteme von Roche im Bereich der Immunologie und klinischen Chemie auf den deutschen Markt. Teilnehmer des 3. Deutschen Kongresses der Laboratoriumsmedizin in Mannheim konnten es bereits jetzt am Stand von Roche in Augenschein nehmen. Das System besteht u.a. aus dem bekanntem Cobas e 801 Modul und dem neu entwickelten Cobas c 503 Modul. Durch den modularen Aufbau wird das neue System in drei verschiedenen Konfigurationen verfügbar sein. Es erreicht durch seinen hohen Durchsatz, einen Probenzwischenspeicher für schnelle Rerun/Reflex-Testung und den mehrspurigen Probentransport eine sehr schnelle Turn-around-time mit zuverlässigen Ergebnissen.

So kommt das System auf bis zu 2200 Tests pro Stunde, bei drei parallel arbeitenden Modulen. Diese sind genau synchronisiert, um auf nur 5,1 Quadratmetern möglichst effizient zu arbeiten. Zudem sorgt ein neues Reagenzkonzept für eine Verdreifachung der On-Board-Stabilität in der klinischen Chemie und damit für einen hohen Auslastungsgrad der Materialien, wodurch das Labor seine Ressourcen noch besser und effizienter ausschöpfen kann.

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Dr. Ilka Ottleben

Dr. Ilka Ottleben

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