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Blutgerinnung im Fokus der Labordiagnostik

„Vom Probeneingang bis zum Ergebnis darf es maximal 30 Minuten dauern“

| Autor: Ilka Ottleben

Ein kleiner Schnitt in den Finger, es blutet – und hört nach einer Weile glücklicherweise von allein wieder auf. Unser Körper hat übernommen und per Notfallprogramm und funktionierender Blutgerinnung Schlimmeres verhindert. Doch Krankheit, Medikamente und mehr können die Blutgerinnung gefährlich „aus dem Gleichgewicht“ bringen. Die Messung von Gerinnungsparametern ist daher fester Bestandteil medizinischer Labore. Lesen Sie hier u.a., wie die Gerinnungsdiagnostik von einem hohen Automatisierungsgrad der Systeme profitieren kann.

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Auf dem 3. Deutschen Kongress der Laboratoriumsmedizin (DKLM) in Mannheim konnten sich Besucher am Stand von Roche Diagnostics u.a. einen Eindruck vom neuen hochautomatisierten Cobas t 511 Gerinnungsanalyzer verschaffen.
Auf dem 3. Deutschen Kongress der Laboratoriumsmedizin (DKLM) in Mannheim konnten sich Besucher am Stand von Roche Diagnostics u.a. einen Eindruck vom neuen hochautomatisierten Cobas t 511 Gerinnungsanalyzer verschaffen.
(Bild: Ottleben / LABORPRAXIS)

Mannheim – Blut ist dicker als Wasser, sagt der Volksmund. Doch einmal abseits der im übertragenen Sinne gemeinten Bedeutung dieser viel bemühten Redewendung: Ist das wirklich so? Ist Blut dicker, physikalisch ausgedrückt viskoser, als Wasser? Angesichts der etwa 5.000.000 Erythrozyten, der ca. 500.000 Leukozyten und ungefähr 8000 Thrombozyten, die allein in einem Mikroliter Blut eines gesunden Erwachsenen zirkulieren, ist man schnell geneigt zu sagen:„auf jeden Fall“. Hinzu kommen ja noch zahlreiche gelöste Stoffe wie Glucose, Lipide, Proteine und Elektrolyte. Doch so einfach ist es nicht.

Unser Blut ist eine besondere Flüssigkeit und im Gegensatz zu Wasser kein Newtonsches Fluid. Blut zeigt ein nichtproportionales, sprunghaftes Fließverhalten, seine Viskosität schwankt. Das ist kein Zufall, sondern lebensnotwendige Eigenschaft, ohne die unser Blut beispielsweise in fein verästelten Blutgefäßen stecken bleiben würde. Seine durchschnittliche Viskosität indes, liegt tatsächlich höher als die von Wasser, insofern wäre die Frage mit einem eindeutigen „Ja, aber ...“ zu beantworten.

„Lebensversicherung“ Blutgerinnung

Auch im medizinischen Sinne ist im Volksmund viel von der „Dicke“ des Blutes die Rede. Bei dem einen ist es „zu dick“ und droht Gefäße zu verstopfen, weshalb es mitunter durch Einnahme bestimmter Medikamente „verdünnt“ werden muss. Bei dem anderen hingegen ist das Blut „zu dünn“ und die Gefahr von schlechtesten falls lebensbedrohlichen Blutungen erhöht. Gemeint ist die Blutgerinnung, im Fachjargon sekundäre Hämostase, die im Normalfall erstaunlich gut balanciert und komplex reguliert dafür sorgt, dass unser Blut eben weder „zu dick, noch zu dünn“ ist, dass verletzte Blutgefäße zwar schnell durch Thromben gekittet, solche Blutgerinnsel aber nicht dort entstehen, wo das Blut frei fließen muss, um das Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Doch wie immer ist das mit dem „Normalfall“ so eine Sache. Krankheit, genetische Besonderheiten, hormonelle Veränderungen, Medikamente und mehr können dazu führen, dass die Blutgerinnung aus der Balance gerät. Hier kommen Labordiagnostik und Gerinnungsmedizin ins Spiel. Denn ob die Blutgerinnung „normal“ oder aber in die eine oder andere Richtung „verschoben“ ist, lässt sich heutzutage glücklicherweise anhand verschiedenster Parameter in unserem Blut relativ genau untersuchen. Im Zweifels- oder Notfall kann ein exakte und schnelle Diagnostik hier lebensrettend sein.

Automatisierte Gerinnungsdiagnostik

Die Messung von Gerinnungsparametern ist daher fester Bestandteil des diagnostischen Portfolios medizinischer Labore jeder Größenordnung, ob in der Arztpraxis zum Routinecheck vor einem operativen Eingriff oder im Krankenhaus zur Diagnose einer Lungenembolie, zur Beurteilung eines Schlaganfalls, einer Blutungs- oder Gerinnungsneigung und vieles mehr. Roche bietet für die Gerinnungsanalytik sowohl Lösungen im Labor als auch am Point-of-Care.

Größere Labore benötigen oft ein umfangreiches Portfolio an automatisierten Methoden sowie die Möglichkeit, auch seltenere Anforderungen wirtschaftlich zu bearbeiten. Eine manuelle Vorbereitung von Gerinnungsreagenzien im Laboralltag ist oftmals zeitraubend und fehleranfällig. Ungenaue Pipettiervolumina, zu kurze Rekonstitutionszeiten oder unzureichendes Schwenken sind dabei typische Ursachen einer mangelnden Qualität der Ergebnisse.

Daher hat das Unternehmen mit den Gerinnungsanalyzern Cobas t 511 und Cobas t 711 Ende letzten Jahres zwei Systeme in den Markt eingeführt, bei denen das gesamte Reagenzmanagement automatisiert abläuft. Für die Gerinnung ist die Verwendung von Reagenzkassetten ein neues Konzept mit Erleichterungen in der Reagenzhandhabung. Lyophilisierte Gerinnungsreagenzien beispielsweise werden automatisch aufgelöst, bei Bedarf regelmäßig geschwenkt und stehen rechtzeitig vor dem Gebrauch vorbereitet zur Verfügung.

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