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Prozessanalysentechnik

Warum Sie endlich Prozessanalysentechnik nutzen sollten

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Spannende Spektroskopie

Auch die exotischen Bereiche der Spektroskopie boomen. Das zeigt das Anwendungsbeispiel des Wiener Instituts für Chemische Technologie und Analytik. Gemeinsam mit der OMV-Raffinerie in Schwechat entwickeln die Forscher einen Gassensor auf Basis eines Quantenkaskadenlasers, der bereits in einer Forschungszwecken dienenden Pilothydrierung eingesetzt wird.

Interessant ist die Technik, weil man Konzentrationen damit nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ messen kann, was momentan noch nicht so einfach ist. In diesem Einsatzfall geht es um die Messung der Schwefelwasserstoffkozentration im Prozessgasstrom einer Hydrierungsanlage – und zwar im Sub-ppm-Bereich, wie Harald Moser von der TU Wien betont.

Den Beweis, dass die Sensorsensivität ausreichend mit der Konzentration korreliert, hat das Team bereits geführt. Jetzt steht noch eine Risikoanalyse aus. Der nächste Schritt ist dann der Test in der Raffinerie unter Atex-Bedingungen.

Wie viel Nutzen es dem Betreiber bringt, bisher im Labor ausgeführte Analysearbeiten direkt an die Linie zu verlagern, zeigen zwei sehr unterschiedliche Beispiele: die kontinuierliche Polymerproduktion und die Prozessführung bei der Hefefermentation einer Brauerei.

Die PAT-Instrumentierung von Kontiprozessen ist jedenfalls noch lange nicht ausgereizt, meint Peter Mayo, der sich bei Borealis Olefine mit der Einbindung der Time Domaine Low Resolution NMR in den Prozessstrom beschäftigt. Geht es darum, Qualitätsparameter von Polyolefinpulvern und Pelletströmen zu ermitteln, sei die Technik in den Qualitätssicherungs- und Entwicklungslaboren Standard.

Doch in der Polyolefinproduktion ist Zeit Geld. Eine typische Polypropylenanlage produziere 30 bis 45 Tonnen pro Stunde, rechnet Mayo vor. Leicht vorstellbar, wie viel Geld dem Kunststoffproduzenten verloren geht, wenn das Laborergebnis eine off-spec-Analyse erbringt.

Wartezeiten von sechs Stunden für einen Labortest auf Xylen-Löslichkeit oder gar 24 Stunden, bis der Laborant die mechanischen Eigenschaften des Blends ermittelt hat, sollten mit der adaptierten TD NMR bald der Vergangenheit angehören. Ein ähnlich hohes Potenzial steckt übrigens auch in der Optimierung von Brauprozessen, die wegen der langen Prozesszeiten eine hohe Kapital­bindung aufweisen.

Ein weiteres Beispiel des Kolloquiums, das zeigt: Werte, die man mit PAT heben kann, gibt es mehr als genug. Nun müssen die Verantwortlichen Gas geben bei der Vermittlung der Vorteile.

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