English China

Hochsicherheitslabor

Was macht aus einem Labor ein Hochsicherheitslabor?

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Besonders ist die Bauweise des eigentlichen Labors (das Containment), in dem die Arbeiten mit den hochpathogenen Viren durchgeführt werden. Diese Konstruktion muss technisch dicht ausgeführt sein. Die Wände bestehen aus Edelstahl-Paneelen die an ein Edelstahlskelett geschraubt wurden (s. Abb. 3 und 4). Für die Dichtigkeit ist eine Teflon-Dichtung verantwortlich. Anfangs existierte eine gewisse Skepsis, ob diese Konstruktion die geforderte Dichtigkeit erzielen würde. Durch Unter- und Überdrucktestungen konnte aber eindeutig belegt werden, dass diese Bauweise geeignet ist, um technisch dichte Laborräume zu konstruieren.

Redundante Systeme und ausgefeilte Regeltechnik

Um ein höchstes Maß an Sicherheit für die Mitarbeiter und die Umwelt zu gewährleisten, ist es nicht nur entscheidend, dass die einzelnen Anlagenteile wie Lüftungstechnik, die unter anderem zur Unterdruckhaltung im Containment dient, Autoklaven, Schleusen, Inaktivierungs-, Strom-, Wasser-, Wärmeerzeugungs- und Atemdruckluft-Anlagen, Desinfektionsmittelansetzstationen, Dampferzeuger und brandschutztechnische Installationen als einzelne Anlagenteile funktionieren, sondern auch das Zusammenspiel der Anlagenteile muss überprüft und überwacht werden.

Hierzu steht eine ausgefeilte Mess- und Regeltechnik zur Verfügung. Schon in der Planungsphase wurde viel Zeit in die Erörterung von Betriebs- und Ausfallszenarien investiert, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen und die Anlage zu jeder Zeit im geregelten Zustand zu betreiben.

Sicherheit hat höchste Priorität

Alle sicherheitsrelevanten technischen Installationen sind mindestens doppelt, z.T. sogar mehrfach vorhanden. Am Beispiel eines Netzstromausfalls im laufenden Betrieb, kann der Ablauf der Sicherungskaskaden gut beschrieben werden. Da sich im Containment gleichzeitig bis zu vier Personen aufhalten, muss das System auch bei diesem Ereignis gewährleisten, dass die Mitarbeiter das Labor geregelt verlassen können.

Kommt es zu einem Ausfall des Netzstroms, so wird als erstes ein Notstromaggregat im Gebäude des Hochsicherheitslabors gestartet, das binnen weniger Sekunden alle sicherheitsrelevanten Anlagen mit Strom versorgt. Sollte dieses Aggregat nicht anspringen, greift in der nächsten Instanz ein Notstromaggregat im Nachbargebäude. Sollte auch dieses nicht funktionieren, steht noch ein batteriegespeister Netzersatz zur Verfügung, um alle sicherheitsrelevanten Anlagen zu betreiben. Mithilfe dieser „Akkus“ kann das Gebäude dann mit Strom versorgt werden, bis ein externes, fahrbares Notstromaggregat an das Gebäude angeschlossen ist.

(ID:32337770)