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Hochsicherheitslabor Was macht aus einem Labor ein Hochsicherheitslabor?

| Autor / Redakteur: Markus Eickmann* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

In Hochsicherheitslaboren werden genau die gleichen Arbeitsabläufe wie in Laboren tieferer Sicherheitsstufe durchgeführt. Was unterscheidet die Umgebung und das Arbeiten unter diesen Bedingungen? Ein Blick in das Hochsicherheitslabor des Instituts für Virologie der Philipps-Universität.

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Abb.1: Die Arbeiten im Vollschutzanzug zeichnen sich durch maximalen Schutz vor den hochpathogenen Erregern aus, aber nicht durch maximalen Komfort. (Bild: Uni Marburg)
Abb.1: Die Arbeiten im Vollschutzanzug zeichnen sich durch maximalen Schutz vor den hochpathogenen Erregern aus, aber nicht durch maximalen Komfort. (Bild: Uni Marburg)

Das Hochsicherheitslabor, bedingt durch seine Schutzstufe 4 auch „BSL (Biosafety Level) 4 – Labor“ genannt, in Marburg wurde mit einer Bausumme von 11,4 Millionen Euro in eineinhalb Jahren (November 2005 bis Juni 2007) gebaut (s. Abb. 2). Das Labor mit einer Laborfläche von etwa 280 qm und einer Gesamtfläche von rund 700 qm wurde unter Beteiligung des Hessischen Baumanagements, renommierter Fachplaner, dem Regierungspräsidium Gießen und Mitarbeitern der Philipps-Universität Marburg errichtet. Seit Dezember 2007 steht das Gebäude den Wissenschaftlern zur Verfügung.

Erforschung gefährlicher Viren

Die Erforschung hochpathogener Viren ist die zentrale Aufgabe des BSL4-Labors wozu sowohl Arbeiten zum Verständnis der krankheitsauslösenden Wirkung von hochpathogenen Viren, als auch die Diagnostik von importierten (z.B. Marburg-, Ebola-, Nipah- und Lassaviren), neuen (z.B. SARS-Coronavirus) und ausgerotteten (Pockenviren) Viruserkrankungen gehören.

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Ferner kann das Labor auf Grund seiner technischen und organisatorischen Voraussetzungen auch zur initialen Produktion von Impfstoffkandidaten gegen Viren mit einem unbekannten pathogenen Potenzial eingesetzt werden. So konnte in der frühen Phase der H1N1-Pandemie im Jahr 2009 ein erster Impfstoffkandidat in Zusammenarbeit mit Novartis Vaccines im Hochsicherheitslabor hergestellt werden.

Erstes Sicherheitstufe-4-Labor in Deutschland

Es handelt sich um das erste Labor in Deutschland, das eine Errichtungs- und Betriebsgenehmigung der Sicherheitsstufe 4 (GenTG) erhielt. Kurze Zeit später wurde auch das Labor im Hamburg eingeweiht und weitere Labore (Berlin und Insel Riems) werden gerade gebaut bzw. fertig gestellt. Das Gebäude wurde nach dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik errichtet. Besonderes Augenmerk wurde auf die technisch dichte Ausführung des Laborraums und die Lüftungsanlage gelegt, die bei allen Betriebszuständen eine Gefährdung der Umwelt und der Mitarbeiter ausschließen.

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