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Geruchsstoffe im Trinkwasser
Wenn sich Verbraucher über ihr Trinkwasser beschweren, so handelt es sich dabei in den meisten Fällen um Probleme aus den Bereichen Geruch, Geschmack, Trübung und Färbung. Sehr häufig sind es Geruchsanomalien, die von den Verbrauchern beanstandet werden. In den meisten Fällen sind die Angaben recht unspezifisch.
Die Ursachen für Geruchsanomalien im Trinkwasser sind vielfältig. Sie können z.B. durch, Restgehalt an Desinfektionsmittel (Chlor), Reaktionsprodukte bedingt durch die Desinfektion (THM), Migration aus Werkstoffen (Leitungen, Ventile) und biogene Komponenten (Biofilm; Geosmin, 2-Methylisoborneol) hervorgerufen werden.
Für den Nachweis von Geruchsstoffen stehen mehrere Verfahren zur Verfügung. Die Geruchsuntersuchung (Olfaktometrie) ist die einfachste und in sehr vielen Fällen auch die sensitivste, wie die Tabelle 1 [4] zeigt.
Die in der Tabelle aufgeführten Geruchsschwellenkonzentrationen sind Mittelwerte aus Reihenuntersuchungen, das bedeutet, es gibt Personen, die einen bestimmten Geruch auch noch deutlich unterhalb der hier angegebenen Konzentration (bis zum Faktor von 1000) erkennen können. Um diese Konzentrationen mittels instrumenteller Analytik nachzuweisen, muss in der Regel ein Anreicherungsschritt durchgeführt werden, dem dann ein chromatographisches Verfahren mit massenspektroskopischer Detektion folgt [5]. Die instrumentelle Analytik hat im Vergleich mit der Olfaktometrie jedoch auch Nachteile. Der notwendige technische Aufwand ist hoch und auch sehr teuer. Bei einer Non-Targetanalyse sind die derzeit zur Verfügung stehenden Analysengeräte meist zu unempfindlich.
Probleme bei der olfaktorischen Analyse
Aber auch die olfaktorische Analyse macht gegebenenfalls Probleme. So kann die Prüfung nicht durchgeführt werden, wenn der Prüfer durch Krankheit (Schnupfen, Nervenerkrankung) behindert ist: Eine genetisch oder durch Krankheiten verursachte Anosmie (Geruchsblindheit) macht die Geruchsbestimmung ebenfalls unmöglich.
Aber auch fehlende Motivation und Konzentration des Prüfers beeinflussen das Ergebnis der olfaktometrischen Analyse ganz entscheidend.
Dass ein Geruch nur durch einen Einzelstoff verursacht wird, ist ein eher seltener Fall. Sehr oft liegen Geruchsmischungen vor. Dabei kann es dann zu Überlagerungen kommen, sodass bestimmte Komponenten nicht mehr erkannt werden. Unterschiede hinsichtlich der Adaption können dazu führen, dass bestimmte Geruchsstoffe in hohen Konzentrationen nicht mehr wahrgenommen werden (z.B. Schwefelwasserstoff H2S, sehr häufig ein Problem in reduzierten Grundwässern).
Da es keine physikalische Messgröße für den Geruch gibt, erfolgt die Zuordnung mittels Vergleiche und verbaler Umschreibungen. Die Riechempfindlichkeit variiert sehr stark und hängt entscheidend von der Technik der Geruchsaufnahme ab. „Schnüffeln“ führt zur intensiveren Wahrnehmung als „normales Einatmen“.
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