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Höchste Promotionsquote aller Fächer Wer Chemie studiert, steigt aus oder promoviert

Von Cort-Denis Hachmeister*

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Obwohl die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen 20 Jahren insgesamt gestiegen ist, blieb die Zahl der Promotionen nahezu gleich. Diese und weitere Ergebnisse zeigt der Datencheck des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. So ist etwa Chemie das Fach, in dem der größte Anteil an Promotionen abgeschlossen wird.

Chemie hat die höchste Promotionsquote aller Studienfächer (Symbolbild).
Chemie hat die höchste Promotionsquote aller Studienfächer (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, jarmoluk / Pixabay)

Promotionen stellen den höchsten zu erlangenden Studienabschluss an deutschen Hochschulen dar. Laut Statistischem Bundesamt waren im Dezember 2021 rund 200.300 Menschen in Deutschland als Promovierende eingeschrieben. Die Zahl der 2021 erfolgreich abgeschlossenen Promotionen lag bei rund 28.000. Dies entspricht einem Plus von rund 2.000 im Vergleich zum stark durch Corona geprägten Jahr 2020.

Promotionen bis unter die Decke

Verlauf der Zahlen von Studienanfängern und abgeschlossenen Promotionen
Verlauf der Zahlen von Studienanfängern und abgeschlossenen Promotionen
(Bild: CHE)

Im Vergleich zu der seit 2011 stark gestiegenen Zahl der Studienanfängern bleibt die Anzahl der jährlichen Promotionen annähernd konstant. „Dass sich die Entwicklung der Studierendenzahlen nicht in mehr Doktorarbeiten niederschlägt, könnte an einem ‚Deckeneffekt‘ liegen“, mutmaßt Cort-Denis Hachmeister, Datenexperte am Centrum für Hochschulentwicklung CHE. „Dies bedeutet, dass die Anzahl der Promotionsmöglichkeiten, insbesondere deren Finanzierung durch Stipendien oder Projektstellen, nicht im gleichen Umfang zugenommen hat wie die Anzahl der Studienplätze in den grundständigen Studiengängen“, erläutert er.

Eine weitere Erklärung für den Deckeneffekt bei Promotionen könnte laut Hachmeister auch sein, dass sich die zusätzlichen Studienanfänger nicht für solche Fächer entschieden haben, in denen besonders häufig promoviert wird – bzw. dass sie wegen Zulassungsbeschränkungen diese Fächer nicht studieren konnten. Zu den promotionsstarken Fächern zählen die Medizin und die Naturwissenschaften, wie der aktuelle Datencheck des CHE verdeutlicht.

Das promotionsstärkste Fach in Deutschland

Mehr als die Hälfte der im Schnitt insgesamt 27.500 Promotionen pro Jahr entfällt auf die Fächer Medizin/Zahnmedizin, Biologie, Chemie, Physik, Maschinenbau und Rechtswissenschaften. Spitzenreiter bei der absoluten Promotionsanzahl ist der Bereich Medizin mit im Mittel 6.832 jährlich abgeschlossenen Doktorarbeiten zwischen 2019 – 2021. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Biologie (2.125), Chemie (2.097) und Physik (1.625).

Des Weiteren wurde für den Datencheck des CHE das Verhältnis zwischen der Zahl der abgeschlossenen Promotionen und der Anzahl zur Promotion qualifizierender Studienabschlüsse (Master, Diplom oder Staatsexamen, ohne Lehramt) an Universitäten untersucht. Hier nimmt die Chemie mit einer rechnerischen Promotionsquote von 85 Prozent eine Ausnahmestellung ein. Dies zeigt auch die Statistik der Chemiestudiengänge der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Diejenigen, die das Chemiestudium nicht zwischendrin abbrechen, ziehen es also zum größten Teil bis zum Abschluss der Promotion durch.

In der Biologie entscheiden sich laut CHE-Daten drei von vier Absolventen für eine anschließende Promotion, in der Medizin noch gut zwei Drittel. In ingenieurwissenschaftlichen Fächern wie Maschinenbau/-wesen (25 %) oder Elektrotechnik (26 %) oder in den Sprach- und Kulturwissenschaften wie Geschichte (25 %) und Germanistik (16 %), jeweils ohne Lehramt-Studierende wird dagegen anteilmäßig deutlich seltener promoviert.

Bei den Promotionsquoten gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass auch Promotionen von Personen mit einfließen, die zuvor im Ausland studiert haben. Gleiches gelte auch für fachfremde Promotionen. Im Portal CHE Hochschuldaten finden sich weitere Daten zu Studienabschlüssen für Deutschland insgesamt sowie für die einzelnen Bundesländer. (clu)

* C.-D. Hachmeister, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, 33332 Gütersloh

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